Reiseberichte aus dem Wohnmobil,
 
Urlaub und Geschichten mit dem Reisemobil

Kerstin & Stefan

Umbauten am Wohnmobil selbst gemacht

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Unsere eigenen Umbauten              

 

 
 

Umbauten

das Hubbett


Beim Messebesuch in Düsseldorf 2011 hatten wir, als wir die Rapido in den verschiedenen
Aufbauten, Grundrissen und Polsterungen ansahen, den Gedanken das Hubbett abzubestellen.
Eine Messebesucherin, zusammen mit uns im Vorführfahrzeug, berichtete das ihr Hubbett seit
Jahren schon als Schrank genutzt wird.

Unser Messeberater riet uns, ebenso wie unser späterer Verkäufer, von der Abwahl des Hubbett
ab. Es würde den Wiederverkaufswert senken und wenn wir es mal bräuchten ...

Wir bestellten unseren Rapido mit Hubbett, nutzten es als Schrank, ärgerten uns aber immer
öfter über den zugebauten Raum.

   
                                                          (beim Kauf 2012)                                                                (eine Rast 2018)

 
                                                                                                                                                                                                      (eine Rast 2014)

2017, im April, begannen wir Angebote zu erfragen.

Mehrere Anfragen bei RAPIDO waren nötig, um KEINE Antwort zu bekommen. Nach Telefonaten
mit mehreren Händlern konnte Einer von ihnen Kontakt herstellen und versuchen zu helfen.

Das Angebot von Rapido:
(Mails von 24.03. - 26.06.2018)

   



Hier liegt der Preis ohne Ausbau des Hubbett und ohne Abschlussleiste bei
6833,33 € + 1298,33 = 8131,68 €


Ein Angebot einer Premium-Manufaktur aus Neukirchen sah ähnlich aus:
(1. Gespräch zu Himmelfahrt, Fahrzeug vorgestellt im Oktober und Mail vom 13.11.2017)

Hier liegt der Preis ebenfalls ohne Ausbau des Hubbett und ohne Abschlussleiste bei
7830,20 € + irgendeine Summe, die nicht definiert werden kann ...


Fragen in regionalen Manufakturen und bei Tischlern vor Ort führten zu keinem Ergebnis.
Mehrere Besichtigungstermine wurden abgesagt und auch bei Reisemobilhändlern der Umgebung
war keine Zeit oder auch kein Interesse vorhanden.


Dann habe ich selbst angefangen zu messen. Als die möglichen Größen der Schränke mehrfach gemessen und
sicher war, versuchen wir Hängeschränke in den passenden Maßen zu bekommen. Bei Ikea gab es Ideen,
doch die Maße passten gar nicht ...

     

Maßgenau sind zufällig Küchenhängeschränke und auch die Farbe der Türen lässt sich bei guter Auswahl finden.
Das trifft sich ausgesprochen gut, denn gerade Küchenmöbel sind gegen Feuchtigkeit beschichtet und sollten auch
Temperaturunterschiede (durch kochen, backen usw.) vertragen. So besuchen wir die Küchenstudios der Region.

Die Schränke sind nicht billig, doch auch hier gibt es enorme Unterschiede. Im Küchenstudio liegt ein Hängeschrank
100cm x 37cm x 35cm  (Breite x Tiefe x Höhe) bei 470,-€, bei einem Internetanbieter 175,-.
Zu beachten ist die Lieferzeit ... zwischen 6 und 12 Wochen ist alles möglich!


„Es ist nicht möglich das Hubbett auszubauen, ohne die Frontscheibe herausnehmen zu müssen.“
Das ist die zentrale Aussage aller, die sich auskennen sollten. Es verwunderte mich, weckte aber auch mein Interesse.
Anfang März 2018 begann ich den Ausbau des Hubbett.

Die Stoffverkleidung, der Vorhang des Bettes war schnell entfernt und jetzt sollte die Schrauberei beginnen.

   

In den wenigsten Fällen ist es möglich mit dem Akkuschrauber zu arbeiten. Fast jede Schraube ist nur durch eine
kleine Ratsche erreichbar, die sich meist nur wenige Zentimeter bewegen lässt. Es ist sehr fummelig und nervig.
Man kommt einfach nicht richtig ran und nicht vorwärts!

   

Irgendwann ist die untere Abdeckung des Bettes gelöst und die Verkabelung der verbauten Lampen und auch
der elektr. Sonnenblenden kann gelöst und demontiert werden (Kennzeichnung nicht vergessen).

   

 Der Lattenrost wird entfernt. Er war mit Kunststoffeinfassungen im Bettrahmen befestigt.
Tatsächlich ist es nicht möglich die Verkleidung des Bettes durch die Tür zu bekommen. Der Kunststoff ist stabil
und lässt sich nicht biegen oder sogar knicken. Mir war plötzlich klar, dass der nächste Arbeitsgang ein endgültiger
Arbeitsschritt ist, denn die Abdeckung muss zerschnitten werden. ... doch die Entscheidung steht fest und
die Stichsäge arbeitet zuverlässig und geht dabei wie ein warmer Draht durch die Butter …

   

Nun passt die Abdeckung durch die Tür und ich kann den Rahmen des Bettes kann demontieren.
Der Aluminiumrahmen des Hubbettes ist bei unserem Modell verschraubt und kann sehr leicht demontiert und
nach einiger Umarbeitung wieder verwendet werden! Die Halterungen des Hubbettes lassen sich ebenfalls leicht
demontieren und abbauen. Sie sind die einzigen Halterungen des Hubbetts auf dem 2 Personen schlafen können!
... von je 18 Schrauben gehalten ...

   

Jetzt ist auf einmal ein Platz im Mobil – es ist richtig beeindruckend! … könnte man fast so lassen ;o)

Bis zur Lieferung der bestellten Schränke kann ich die Ablage bauen, die als Abschluss zur Stirnwand des Mobils
dienen soll. Hierfür kann ich den Alu-Rahmen des Bettes kürzen, wieder verwenden und die auf Länge
geschnittene Abdeckplatte des Bettes mit ihren Schalter- und Sensorbefestigungen nutzen.
Diese (originale) Abdeckung des Bettes ist zudem perfekt an die Verkleidung der Stirnwand angepasst.
Die elektr. Sonnenrollos lassen sich gut montieren.

   

 

 Im Baumarkt habe ich Winkel gekauft. 80 x 80 x 60mm messen sie, sind sehr stabil und ermöglichen durch
ihre versetzten Bohrungen den Abstand zur Außenwand zu variieren.


   

Ohne Spannung einzubringen habe ich 12,5 cm Abstand zu jeder Wand. Die Winkel erlauben mir auf der einen
Seite 12 cm und auf der anderen Seite 13 cm einzustellen. Später wird dieser Unterschied nicht ins Gewicht fallen,
denn die seitlichen Enden werden verkleidet und vom Schrank verdeckt werden.

   

Nun ist die Ablage montiert und die Elektrik kann angeklemmt werden.

Immer wieder sind Messungen erforderlich, so dass der Schrank später auch tatsächlich in die Öffnung passt.

Die Schranktür zeigt die reale Größe des Schrankes.

 

Die grüne Leiste bestimmt den unteren Abschluss des Schrankes.
Um den Schrank an die Wand setzen zu können, muss die Verkleidung der Ecke, hinter der die Seitenwand
und das Dach zusammentreffen entfernt werden. Erschrocken stelle ich fest, das die Isolierung hier fehlt ...

   

Mit Rockwool (Trennwandplatte Sonorock 50mm) kann ich diese Nachlässigkeit von Rapido ausbessern.
Die Eckverkleidung kürze ich entsprechend und später - ich habe es nicht fotografiert - habe ich die Dämmwolle
mit einer Folie abgeklebt. Auch die Lampe der vorderen Dachverkleidung ist zu tief und wird entfernt.

Auch hier verwende ich wieder die Steinwolle zur Isolation, obwohl am Dach eine ca.4cm Isofolie verklebt ist.

   

... immer wieder testen, probieren, messen und anhalten, dann können die Haltewinkel montiert werden,
an denen der Schank befestigt wird. Die originalen Regale und Ablagen (links im Bild) musste ich tiefer
setzen oder komplett kürzen und ändern.

 

Die Winkel sind an die Wand montiert und werden den Hängeschrank von unten stützen und seitlich fixieren.
(zuvor habe ich Folie vor die Rockwoolisolierung geklebt - die Fotos sind nicht immer in der richtigen Reihenfolge)

   


In der Zwischenzeit kann ich die Elektrik anklemmen und die beiden Leselampen, die extra zu Schalten sind,
können montiert werden.

   

   

Auf dem Kunststoff habe ich die Kabel mit Klebeband (Panzertape) befestigt. Hier siehst du auch noch einmal
die Befestigung der Ablage an der Stirnwand mit den beiden Winkeln.

   


Zwischen folgenden Bildern ist ein wenig Zeit vergangen. Es geht um die obere Abschlussleiste. Diese wollte
ich - wie am Original verbaut - weiterführen. Das war nicht einfach, denn durch eine Verdickung am Dach, die
der Stabilität dient, bleibt nicht viel Platz. Meine Wahl fiel auf Laminat. (den Bodenbelag)
Als Laminat (von lateinisch lamina, Schicht) bezeichnet man einen Werkstoff oder ein Produkt, das aus zwei oder mehreren flächig
miteinander verklebten Schichten besteht. Diese Schichten können aus gleichen oder unterschiedlichen Materialien bestehen.*
Hier wurde ich im Baumarkt gut beraten, denn die Unterschiede des angebotenen Laminats sind enorm.
Immerhin soll es später nicht aufquellen, nicht verbiegen oder sich irgendwie anders verändern. Dieses
Brett ist jetzt mit dem Schrank verschraubt und auf jeder Seite sind 2 LED-Lampen eingebaut und auch
an die Ambientebeleuchtung habe ich gedacht, einer LED Leiste, die sich leicht ankleben lässt.

   

Mit Hilfe einer Schablone habe ich Abdeckungen aus der Rückwand eines Schrankes gebaut, die den Raum links
und rechts der Ablage abschließen. Hier fanden auch die Lautsprecher, vorher am Bett verbaut, ihren Platz.
Den Boden der Ablage bildet eine Holzplatte aus dem Baumarkt, welche ich nach Verwindungssteifigkeit und
Gewicht ausgewählt habe. (mit Hellweg-Beratung)

Unter dem Schrank ist ein ordentlicher Abschluss nötig. Die Korpusfarbe ist hell und passt so gar nicht zu den
angrenzenden Schränken. Da es kein Nussbaumholz mit leicht rötlicher Note - wie von Rapido gewählt - zu kaufen
gibt, denn im Moment ist nur Eiche und Esche gefragt, greife ich auf eine Folie zurück. So ist die Holzmaserung
nebensächlich. Die originalen Gardinen an den Seitenscheiben kann ich weiter nutzen, eine Gardinenstange muss
ich anfertigen. Leichtes Holz aus dem Mobil habe ich noch, leider ist die Maserung in die falsche Richtung. Auch
sie müssen mit der Folie beklebt werden, um eine Längsmaserung hinzubekommen.

   

Am schwierigsten ist es die beiden Winkel mit der Folie zu bekleben, die als Abschluss an die Laminatleiste der
oberen Schrankabdeckung dienen. Die Folie verarbeitet sich gut und Falten entstehen beim Kleben nicht.

Dann kann ich die folierten Bretter verschrauben und das Ergebnis sieht so aus:

 


Das Gesamtergebnis stellt sich wie folgt dar:

    
                   (mit Ambientebeleuchtung)                       (momentane Ausstattung der Ablage)       

 

Das Raumgefühl ist wunderbar. Es gefällt uns sehr. Die hellen Schränke (die Idee einer Premium-Manufaktur)
passen tatsächlich gut und bringen eine angenehme Helligkeit in den Wohnraum des Mobils.


 

Update nach 2000 Km:  
Es knarrt, klappert und quietscht nichts. Das Raumangebot ist wunderbar und die helle Freundlichkeit erfreut uns immer wieder.

Der Nachteil:
Das Dachfenster macht Windgeräusche. Ab etwa 90 Km/h geht es los. ... es pfeift ...
                   - aber da werden wir auch etwas finden ;o) -


 


 
   
       
* Zitat Wikipedia      
   

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