Reiseberichte aus dem Wohnmobil,
 
Urlaub und Geschichten mit dem Reisemobil

Kerstin & Stefan


mit dem Wohnmobil zum Nordkap

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Unser privater Reisebericht 2011

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Nordkaptour 2o11

Tornio nach Korvalan Kestikievari

 


Dienstag, 19.07.

12³° Uhr. Wir kommen an die Grenze Schweden – Finnland. Die letzte Einkaufsmöglichkeit in Schweden wird von vielen genutzt.
Der Parkplatz vor dem Großmarkt direkt an der Grenze auf schwedischer Seite ist voll. Auch gefüllt mit Reisemobilen.
Was erwarten uns in Finnland für Preise???

Gespannt überqueren wir die Grenze. Keine Grenzkontrollen, keine Probleme.

Nun ist es Zeit, die Uhr zu stellen!
… wie die Zeit vergeht – 12³° Uhr Ausreise Schweden – 13³° Uhr Einreise Finnland :o)

In Finnland besteht ganzjährig der Zeitunterschied zu Deutschland von einer Stunde.
Es hört nicht auf zu regnen. Unsere Reise geht, während die Scheibenwischer unaufhörlich arbeiten, Richtung Rovaniemi.

Es ist kaum zu merken, doch hier fahren wir nur noch ca. 300m auf der E4. Auf der, vom Torne älv / Tornionjoki
eingebetteten Insel
endet die von uns in ihrer vollen Länge von 1590 Km gefahrene E4.
Der Torne älv (schwedisch) bzw. Tornionjoki (finnisch) ist ein 410 km langer Fluss in Lappland. Er ist der Abfluss des Torneträsk, eines großen Sees
im schwedisch-norwegischen Grenzgebirge in Lappland.*
Aus dem Eis des Torne Älv wird jeden Winter in Jukkasjärvi in Nordschweden ein Eishotel errichtet. Die Eisblöcke werden zudem weltweit exportiert und für diverse Events verwendet,
insbesondere für die Icebars des Spirituosenherstellers Absolut Vodka in mehreren europäischen Städten sowie in Shanghai und Tokio.
unser Link zum Eishotel

In Finnland sind wir zunächst auf der E8, später auf der E75 unterwegs.
Die Europastraße 75 (kurz: E 75) ist eine von Nord nach Süd verlaufende Europastraße und führt von Vardø in Norwegen durch Finnland, Polen, Tschechien, Slowakei, Ungarn,
Serbien, Mazedonien, bis Sitia auf Kreta in Griechenland. Sie ist 4.340 km lang.*

Auf den 125 Km bis Rovaniemi passiert auf der gut ausgebauten Straße nichts.
Die erste Tankstelle, die wir sehen können, hat die gleichen Dieselpreise wie wir sie aus Deutschland in Erinnerung haben.
In Finnland bezahlt man mit dem Euro.

 Durch die Hauptstadt Lapplands, Rovaniemi,  kommen wir schnell durch, die Verkehrsdichte hält sich in Grenzen.
Rovaniemi, die Hauptstadt der nordfinnischen Landschaft Lappland, liegt am Zusammenfluss von Ounasjoki und Kemijoki und in direkter Nähe des Polarkreises.
Das Tor zum Norden ist nicht nur wichtiges Einkaufszentrum für die Siedlungen der Umgebung, sondern auch ein touristisch attraktives Reiseziel.
Rovaniemi ist Sitz der Kammer des Weihnachtsmannes, der im Weihnachtsmanndorf am Polarkreis sogar sein eigenes Postamt besitzt.
Am 1. Januar 2006 wurde die Stadt mit der Landgemeinde Rovaniemi zusammengeschlossen. Des Weiteren ist die Stadt Sitz des Internationalen Sekretariats der Universität der Arktis.*

 

   

Neben der Straße befindet sich  ein gewaltiges Holzlager. Es riecht sehr stark nach frischem Holz.
Als wir die Stadt verlassen sind wir schon auf das Weihnachtsmanndorf gespannt, welches hier gleich kommen muss.

Die Legende, der Weihnachtsmann wohne in Finnland, geht auf den in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts populären finnischen Rundfunksprecher Markus Rautio zurück.
Nach seinem Weihnachtsmärchen wohnt der Weihnachtsmann in dem Berg Korvatunturi im Norden Finnlands, geformt wie ein Ohr, in dem er die Wünsche der Kinder aller Welt hören kann.
Da der Berg an der russischen Grenze zu weit abgelegen war, wurde der Einfachheit halber Rovaniemi zum zweiten Wohnsitz des Weihnachtsmanns erklärt.*

Rovaniemi, das Weihnachtsmanndorf 

Der erste Parkplatz, den wir mit weihnachtlicher Vorfreude anfahren, gehört zum Santa Park. Kaum ausgestiegen, gehen wir Richtung
 Santa Park. Durch einen ansprechenden, angenehm beleuchteten und für Hunde gesperrten Höhleneingang kommen wir zur
tief im Berg liegende Haupthöhle.

    

   

Hier lässt sich schnell erkennen: es handelt sich hier mehr um ein Paradies für die kleineren Kinder.
Sie können hier basteln, ein Theaterstück ansehen o.ä. – also gehen wir zurück.
Bei www.tripadvisor.de schreibt Kunstrad-Elke am 01.08.2010 (Zitat):
„Wir haben einen kurzen Trip nach Finnland gemacht und wollten uns natürlich auch den Santapark in Rovaniemi nicht entgehen lassen.
Das hätten wir aber lieber tun sollen. Eintritt für die Familie € 50,-- (wofür???). Im Innern der Höhle gab es eine Vorführung. Die war noch ganz o.k.
Dann haben wir ein wenig gebastelt. Hat den Kindern auch ganz gut gefallen. Elfschule - na ja!!, Die Eisprinzessin mit den Eisfiguren hat uns gut gefallen,
aber das war es auch schon. Für alles musste man zusätzlich bezahlen (Bilder, Diplom, usw...). Ich würde jedem empfehlen, nicht dorthin zu gehen.
Das Geld kann man besser verwenden.“

Als wir aus der Höhle kommen erreichen wir nach kurzer Fahrt (ca.2 Km) das tatsächliche „Weihnachtsmanndorf“.

Schön, dass der Nordpolarkreis zufällig auch hier verläuft, so kann man dieses Fleckchen Erde touristisch perfekt ausnutzen.
Es gibt hier viele Häuschen, deren äußeres Aussehen an alte finnische Häuser erinnern soll.

   

   

Im inneren der Häuschen befinden sich Läden und natürlich in den Läden viele schöne Dinge und viele dieser schönen Dinge haben mit Weihnachten zu tun.

 Leider nicht mit normalen oder nur etwas erhöhten Preisen ...
… hier wird nicht gekleckert ...
hier wird geklotzt!

Die lustigen Zipfelmützen der Verkäuferinnen täuschen über diesen Nepp nicht hinweg.

   

Gern nutzen wir die Möglichkeit des Weihnachtskartenabsendens vom Weihnachtsmanndorf.
Es heißt, die Karten werden zu Weihnachten beim Adressanten im Briefkasten liegen. Mal sehen, ob es klappt.
Im Weihnachtsmann-Postamt, wenige Kilometer nördlich Rovaniemi befindet sich seit 1985 das Weihnachtsmanndorf, eine Touristenattraktion, in der (nicht nur) Kinder ganzjährig
den leibhaftigen Weihnachtsmann begrüßen können. Angeschlossen ist ein „Weihnachtsmann-Postamt“, das Briefe von Kindern aus aller Welt an den Weihnachtsmann bearbeitet
und beantwortet. Eine weitere Attraktion dieses Santa Claus Village ist der am Boden eingezeichnete Polarkreis. Der tatsächliche Polarkreis befindet sich aber inzwischen
schon ca. 120 Meter weiter nördlich des Weihnachtsmanndorfes. Aufgrund der Nutation der Erdachse und damit einhergehenden Veränderung der Schiefe der Ekliptik
ist die Lage der Polarkreise nicht stationär auf eine bestimmte Linie fixiert, sondern verändert sich geringfügig.*

Nachtrag am 18.12.2011: Am 14.12.2011 sind plötzlich die Weihnachtskarten angekommen. Das war vielleicht eine Überraschung ;o)
                                                  
Der 13. Dezember als Luciatag wird heute in Finnland gefeiert
                                                   Übersetzt bedeutet ihr Name "die Leuchtende". Viele Mythen und Legenden ranken sich um die Heilige Lucia,
                                                   deren Festtag am 13. Dezember gefeiert wird.

So gibt es hier ein Haus (wohnt ER hier?), in dem kann man sich mit dem Weihnachtsmann fotografieren lassen.
Eigene Aufnahmen sind verboten. Der lustige Wichtel achtet sehr genau auf die Kameras der Weihnachtsmann – Gäste.
… nicht das da einer aus Versehen auf den Auslöser drückt …
Er druckt viel lieber seine eigenen „mit dem Weihnachtsmann Fotos“ sofort aus.
Für ein DinA4 Bild möchte er 69,- €, für fünf 9x13 Bilder nur 39,-€.

Beispielfoto

Schön, dass auf einmal die Wolken verschwinden und ganz schnell die Sonne herauskommt.
Weiter geht es durch die Läden in denen wir noch nicht waren, oft sind es die gleichen Auslagen, so dauert das auch nicht lange.
 

Der Polarkreis
Polarkreise nennt man die auf 66° 34′ (= 66,56°) nördlicher sowie südlicher Breite gelegenen Breitenkreise, auf denen die Sonne an den Tagen der Sonnenwende gerade nicht mehr
auf- bzw. untergeht. Sie haben vom Nord- beziehungsweise Südpol denselben Abstand wie die Wendekreise vom Äquator.*

 

Jetzt folgen die obligatorischen Fotos.

 

Nicht das hier ein falscher Eindruck entsteht: Weihnachtsmuffel – NEIN! - wir zählen zu den Weihnachtsfreunden und haben uns selbst
im Juli auf dieses Reiseevent gefreut!

Leider riecht es hier förmlich nach Kommerz.
So freuen wir uns, dass der Parkplatz noch kostenlos ist. Die Vorbereitungen für eine Ferienhaussiedlung gegenüber
dem Parkplatz laufen auf Hochtouren. Es wird bestimmt in der nächsten Zeit richtig schön hier!
Eines ist schon sicher: kommen wir hier noch einmal vorbei, brauchen wir keinen Parkplatz mehr ….

Erfahrungen vererben sich nicht – jeder muss sie alleine machen    Kurt Tucholsky

So ist es uns nicht schwer ums Herz, als es auf der E75 weiter in den Norden geht.
Nun sind wir auf der Suche nach einem Stellplatz für die Nacht.

Plötzlich taucht ein Rentier auf, läuft ein Stück die Straße entlang und verschwindet wieder im Wald.
Völlig ohne Angst lief es ein Stück auf der Straße, ohne das es sich von Autos stören ließ.

Nach ca. 15 Km halten wir an einem Stellplatz / Rastplatz direkt an einem Fluss.

In Finnland ist, wie in allen anderen Skandinavischen Ländern das Angeln im Salzwasser kostenfrei. Für Binnenseen benötigt man den
 Angelschein. Hier am Raudanjoki ist das fischen über SMS bezahlbar. An den Stromschnellen im  Fluss beobachten wir sogar Rafting.

Rafting
– von engl. raft (Floß) – ist eine in Mitteleuropa seit Mitte der achtziger Jahre populär gewordene Freizeitsportart. Bei dieser Wassersportart
wird mit einem Schlauchboot (Raft) ein Fluss befahren. Gewöhnlich befährt man Wildwasser höherer Schwierigkeitsgrade.*

Als wir 60 Km von Rovaniemi entfernt ein Campingplatz entdecken, fahren wir ihn an. Das ist genau die richtige Entscheidung!

Dieser Platz, Korvalan Kestikievari, liegt an einem See an dem wir angeln können und dürfen. Im Preis von 21,-€/Nacht ist
 praktischerweise die Angelerlaubnis enthalten.

Ruderboote, Kanus und selbst eine Grillhütte stehen zur Benutzung bereit. Wir sind hungrig und bereiten sofort das Abendbrot vor.

Unser Abendbrot heute:


- frischer Salat mit ausgesuchtem, jungen Gemüse,

- schwedisches Schwarzbrot (auf Wunsch Feuergeröstet),

- Kartoffelscheiben im Knoblauch-Öl Mantel
   über Birkenfeuer geröstet, dazu Tsaziki aus eigener Herstellung

- gegrillte Lachskoteletts in einfacher,
   naturgeschmackerhaltender Reisemobil-Zubereitung,

- Teriyaki - Putenbrustfilet vom Weber Grill,

- geräucherter Lachs Birkenfeuererwärmt.
 

Teriyaki (von teri, „Glanz“ und yaki „grillen, schmoren“) ist eine Zubereitungsart in der japanischen Küche,
bei der Fisch, Fleisch (besonders Rindfleisch oder Geflügel) und Gemüse mit einer speziellen
Teriyaki-Sauce mariniert und dann gebraten, gegrillt oder geschmort werden.*

Nördlich des Polarkreises wird es tatsächlich nicht mehr dunkel in der Nacht.
Plötzlich fehlt einem das Zeitgefühl. Gern bleibt man lange wach und steht auch früh auf – es ist ja noch oder schon hell …


Mittwoch, 20.07.

Ein herrlicher Tag! 26°C, keine Wolken!

Mit dem Boot rudern wir auf dem See und versuchen Fische zu fangen – leider bleibt es wieder einmal nur bei dem Versuch …
Bei der Abreise wird uns der Platzwart erzählen, das bei diesen heißen Temperaturen die Fische in die tiefsten und
damit in die kältesten Bereiche des Sees tauchen.

     

Die Wassertemperatur liegt bei 20°C, klar macht hier baden Spaß!

     

Wir können alle schön entspannen und genießen auch bei Spaziergängen die Natur hier in Finnland.

Kaffee und Kekse, Abends Feuer,
grillen, ein Glas Wein und
gemütlichem Zusammensitzen.

 
   
       
* Zitat Wikipedia      
   

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