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Urlaub und Geschichten mit dem Reisemobil

Kerstin & Stefan

mit dem Wohnmobil zum Nordkap

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Unser privater Reisebericht 2011

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Nordkaptour 2o11

Korvalan Kestikievari nach Karigasniemi

 


Donnerstag, 21.07.

8°° Uhr ist die Abreise geplant, so frühstücken wir und nachdem die Wassertanks gefüllt und die Abwassertanks leer sind
geht es auf die E75.

Während uns die ersten Rentiere beeindrucken und fast schon Begeisterungsstürme im Mobil auslösen, sind die Finnen sichtbar genervt,
 wenn die Touristen von den Tieren Fotos schießen, langsam neben ihnen herfahren usw.

      

Auf den nächsten Kilometern haben wir noch einige Begegnungen mit den Rentieren. Glücklicherweise haben wir keine Zusammenstöße.
Es bleibt bei manchem Schreck, denn sie sind gut getarnt und fallen wenn sie am Straßenrand fressen nicht auf.

Als wir einen Supermarkt finden, merken wir schnell, dass das Angebot hier oben im Norden stark von unseren Produkten abweicht.
(nicht nur preislich)
Auf den folgenden Aufnahmen kann du einige Besonderheiten bestaunen …

   
   
   

Nach altem Brauch wird Donnerstags in Finnland (wie auch in Schweden) Erbsensuppe gegessen, doch in diesem Supermarkt
holen wir eine andere finnische Spezialität von der wir gelesen haben:  Mustamakkara.

Mustamakkara
(schwarze Wurst) ist eine finnische Blutwurst. Es ist eine typische Spezialität in Tampere, wo sie frisch am Hafen oder Markt aus Imbisswagen verkauft wird.
Traditionell wird sie heiß mit Preiselbeerkonfitüre und kalter Milch gegessen. Mustamakkara besteht unter anderem aus Schweinefleisch, Schweineblut, Roggengrütze,
Roggenmehl und Zwiebeln, welche in einen Naturdarm abgefüllt werden. Die drei bekanntesten Hersteller sind Tapola, Savupojat und Teivon Liha.*

Schon heute Abend werden wir probieren, wie es schmeckt.

Bald kommen wir zu einem Souvenirladen und sehen natürlich hinein ...





Die Fahrt geht weiter und Finnland zeigt sich – dank des guten Wetters von seiner besten Seite.

 

Nach dem Mittag wird es Zeit für die Stellplatzsuche. Es wird schwer, das merken wir schon. Gern möchten wir am Wasser stehen
und ein bisschen angeln. Vielleicht fangen wir ja heute einen Fisch?!
Ein bisschen dauert es noch, bis wir endlich - als wir eine Brücke überqueren - etwas abseits von der Straße einen Platz entdecken.

 

Wir fahren ihn an und stehen jetzt etwa 15m oberhalb der recht stark befahrenen E75 und haben eine "angenehme" Geräuschkulisse.
Hinter uns ein Wald, vor uns ein klarer See – es ist schön hier, wir bleiben für eine Nacht.

Es ist ein ganz schönes Gefälle, doch nach kurzer Zeit können wir die Mobile ausrichten, Kaffee trinken und eine Kleinigkeit essen.
Jetzt ist es an der Zeit Mustamakkara zu probieren. Alle kosten. Es schmeckt ähnlich wie „lose Wurst“ - aber es schmeckt sehr gut!

Heute Abend werden wir über dem Feuer Knüppelkuchen backen und Gina bereitet den Teig vor.
Als Stockbrot (regional auch Knüppelkuchen) wird eine Brotsorte bezeichnet, bei der der Teig, häufig ein Hefeteig, um einen Stock gewickelt über der Glut eines offenen Feuers gebacken wird.
Dazu wird ein Ast eines nicht giftigen Baumes, wie zum Beispiel der Haselnuss an einem Ende von der Rinde befreit und anschließend entweder spiralförmig oder umschlagartig Brotteig
auf den Stock aufgebracht.*

Grundrezept für gute 10 Stockbrote:
 

- 500 g Mehl
- 1x Hefe
- 250 ml lauwarme Milch (nicht über 40 °C)
- 80ml Öl
- Salz
- 1Ei
- 80g Zucker

  • Das Mehl in eine Schüssel geben und eine Vertiefung in die Mitte drücken, in welche man den Hefe hinein gibt
     
  • Bei Trockenhefe reicht es, das Hefepulver einfach hineinzustreuen, dieses dann mit dem Zucker/Honig zu bestreuen und etwas von der lauwarmen Milch hinzu zu geben.
     
  • Bei Würfelhefe empfiehlt es sich, diesen in einer anderen Schüssel mit dem Zucker zu bestreuen, etwas von der lauwarmen Milch zuzugeben und das Gemisch etwas durchzukneten (z.B. mit einem Löffel). Nach einer fünfminütigen Wartezeit gibt man dann diese Flüssigkeit in die Mehl-Vertiefung.
     
  • Nun gibt man noch die restliche Milch, das Öl und das Salz zum Mehl und knetet die gesamte Masse gut durch.
  • Der fertige Teig muss noch mindestens eine halbe Stunde warm ruhen. Dann kann man ihn spiralförmig oder umschlagartig um einen Stock wickeln und über der Glut eines Feuers goldbraun rösten. Richtig durch ist er übrigens dann, wenn man ihn leicht vom Stock abziehen kann, was je nach Hitze 5 - 25 Minuten dauern kann.

Kerstin knetet auch noch ein bisschen den Teig und kurz danach sieht man,
wie beide versuchen ihre Hände im Wasser vom Teig zu befreien … .

  

Etwas Zeit haben wir noch, haben die Angeln ausgepackt und versuchen schon unser Glück, da verschwindet Lina im Wald.

 

Roy, Gina und Matthias machen sich rufend auf den Weg. Lina hat Rentiere gewittert und aus ihrem Versteck gescheucht.
… nun laufen sie in wildem Galopp auf Roy zu.
In dieser dramatischen Situation entstand folgendes Foto:

 

Lina ist bald wieder da und nach und nach kommen auch die Suchtrupps aus dem Wald. Bald sind wir wieder komplett.
Nun können wir es noch einmal versuchen – Angeln ins Wasser und … nichts fangen :o(

Glücklicherweise hat Roy nicht mit einem Angelerfolg gerechnet und an der Fischtheke im Supermarkt schon einige Fische „geangelt“.
Die wird es heute zum Abendbrot geben. Nachdem sie von Roy geölt, gewürzt und mit Rosmarin gespickt sind kommen sie auf den Grill.

Freundlichkeit ist eine Sprache, die Blinde lesen und Taube hören können.

Wie schon üblich ist es ein Genuss, den Fisch von Grill zu essen. Es ist nur (noch) nicht der Selbstgefangene!
Ein wenig später sitzen wir am Feuer und als hätte es noch kein Abendbrot gegeben backt jeder sein Brot und wer möchte
erwärmt sich einen Maiskolben.

   

Viel später - wir liegen längst im Bett - als wir aus dem Alkovenfenster die finnische Natur ansehen fällt uns auf,
das sich der ganze Waldboden zu bewegen scheint. Da es nicht dunkel wird können wir sie gut erkennen: Lemminge!

Der Berglemming (Lemmus lemmus) ist eine Art der Echten Lemminge (Lemmus), die in subarktischen und arktischen Gebieten Skandinaviens und der Kolahalbinsel lebt.
Berglemminge erfahren starke Populationsschwankungen. Alle zwei bis fünf Jahre wird eine Bestandsgröße erreicht, die so groß ist, dass zahlreiche Lemminge ein Gebiet verlassen
und sich auf die Suche nach neuen Lebensräumen begeben. Hierbei kann es dann zu Massenwanderungen kommen, bei denen Tausende Berglemminge gemeinsam unterwegs sind,
Flüsse überqueren und bis zu 100 km zurücklegen. Solche Massenwanderungen sind jedoch extrem selten; sie scheinen in Lappland alle 30 bis 35 Jahre aufzutreten, weiter südlich dagegen gar nicht.
Während der Wahrheitsgehalt von Berichten über Massenwanderungen häufig angezweifelt wurde, hielten Henttonen und Kaikusalo 1993 die Quellen, die über solche Vorgänge berichteten,
für glaubwürdig. Da viele Lemminge auf diesen Wanderungen zu Tode kommen, entstand die Legende vom "Massenselbstmord", die aber jeder Grundlage entbehrt.*


Freitag, 22.07.

6°° Uhr geht es los. Außer uns Frühaufstehern sind noch Rentiere auf der Straße. Längst sind sie keine Besonderheit mehr,
wenn sie zu zweit oder dritt auf der Straße laufen. Vielmehr werden sie zur Gefahr,
denn die Bereitschaft für jedes Rentier pauschal zu bremsen nimmt ab.
Die Straße ist interessant. Es geht hoch und runter, wie auf einer Achterbahn. Ebenso ist auch das Gefühl im Magen.
Es dauert etwa eine Stunde, als wir an einen Souvenirladen vorbeikommen und natürlich anhalten.

   

     

Lange werden wir nicht mehr in Finnland sein, so nutzen wir diese Einkaufsmöglichkeit gern.
Es ist 7°° Uhr und der Laden hat offen!
Wir sind die einzigen Kunden.

Eine Stunde später erreichen wir Karigasniemi.
 Karigasniemi [ˈkɑrigɑsniɛmi] (nordsamisch Gáregasnjárga) ist ein Dorf in der Gemeinde Utsjoki in Finnisch-Lappland. Es liegt 102 Kilometer südwestlich des Gemeindezentrums von Utsjoki
am finnisch-norwegischen Grenzfluss Inarijoki, der sich wenige Kilometer weiter nördlich mit dem Karasjokka vereinigt und zum Tenojoki wird. In Karigasniemi und Umgebung
leben rund 500 Menschen. Die Mehrheit der Einwohner sind Samen.*


Hier tanken wir die Mobile voll, (Diesel 1,44 €/l) bevor wir über die
Brücke über den Inarijoki fahren,
um in der Mitte des Flusses die Grenze nach Norwegen zu überqueren.
Der Fluss Inarijoki (nordsamisch: Anarjokka) ist der Oberlauf des norwegisch-finnischen Grenzflusses Tanaelva. Er entspringt in den Mittelgebirgshügeln im Süden des zu Norwegen gehörenden
Teil Lapplands und fließt von Süden nach Norden. Bis zur Einmündung des Karasjokka kurz nach Karigasniemi hat der Inarijoki 106 km zurückgelegt. Die Länge des Flusssystems
Inarijoki und Tanaelva wird mit 318 km angegeben.*

 
   
       
* Zitat Wikipedia      
   

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