Reiseberichte aus dem Wohnmobil,
 
Urlaub und Geschichten mit dem Reisemobil

Kerstin & Stefan


mit dem Wohnmobil nach Finnland

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Unser privater Reisebericht 2015

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Schweden

Skeppshamns Café & Camping - Tyrislöt Camping

Freitag, 31.07.
  15. Tag

Ein Urlaubstag, wie im Paradies, im Schwedischen!
Wir werden heute einen Inselrundgang machen und dabei ca. 5,5 Km zurücklegen.

 

Hier im Naturschutzgebiet (ehemalige Kaserne der schwedischen Armee) ist die Natur noch so richtig
unberührt und so folgen wir dem Rundweg, sitzen auf den Felsen, die bis ins Meer gehen und lassen uns
den frischen Wind um die Nase wehen, finden einige angeschwemmte, völlig vertrocknete Äste und Zweige
und einen kleinen Leuchtturm.

Hier blüht und grünt es und die Natur scheint noch in Ordnung zu sein!

Ich gehe im Wald durch Moos, das einfach 10 - 20 cm nachgibt, wenn man darauf tritt.
Ich habe davon ein Video gemacht - sieh mal selbst.



Wir haben einen schönen Urlaubstag, entspannen in der Sonne und sehen uns am Nachmittag noch das kleine
Museum an, welches direkt gegenüber dem Campingplatz angelegt ist.

Zum Abend gibt es (gekaufte) Pilze und den originalen schwedischen Halloumi -Grillkäse vom Grill.
Halloumi oder Challúmi (griechisch Χαλλούμι, türkisch hellim, häufig auch nur als Halumi bezeichnet), ist ein halbfester Käse
aus der Milch von Kühen, Schafen oder Ziegen, auch gemischt.*

Dazu legen wir das weiche finnische Lochbrot auf den Grill. Es ist mit Bruschetta bestrichen und wird jetzt
etwas krosser.
Bruschetta [brusˈketːa, anhören?/i] gehört zu den italienischen Antipasti. Das ursprüngliche „Arme-Leute-Essen“ stammt aus Mittel-
und Süditalien. Frisch geröstetes Brot, wie etwa Pane Pugliese (mit harter Kruste), wird noch warm mit einer halbierten Knoblauch-
zehe eingerieben und anschließend mit Olivenöl beträufelt, nach Belieben gepfeffert und gesalzen und sofort verzehrt.*

Das schmeckt vielleicht lecker, obwohl es gar nicht Stielecht ist. Geröstet erinnert dieses Lochbrot an
dunkle Aufbackbrötchen, die man auch in Deutschland für den Toaster kaufen kann.

Abends drehen wir noch einmal eine kleine Runde über den Platz und möchten im Café noch die kommende
Nacht bezahlen. Wir unterhalten wir uns wiederum sehr nett mit dem Betreiber, der hier selbst Abends noch
am Tresen steht und beim Verabschieden sagt er wie nebenbei:
er freut sich schon uns im nächsten Jahr wieder zu sehen ...
"Gute Idee" denke ich so bei mir!

 



Samstag, 01.08.
  16. Tag

In der Nacht hat es doch tatsächlich wieder geregnet ...
Jetzt aber, als wir aufstehen ist es vorbei und durch das Dachfenster blicken wir in blauen Himmel!
Klar sind ein noch paar Wolken da, aber es sieht einfach toll aus. Natürlich möchte ich das Wetter nutzen
und draußen in der Sonne frühstücken. Also beginnen wir den Tag - duschen, Morgentoilette, kurze Hose
und T-Shirt an und raus in die Natur, die Garage geöffnet und den Tisch und die Stühle raus!
Ähämmm - als ich selber aus der Tür trete, merke ich den Unterschied zwischen (Fenster) Bild und Realität.
Es weht ein leichter Wind und die Temperatur liegt bei 11°C! (heute ist der erste August - also ... Sommer!!!)
... wir frühstücken also doch lieber im Mobil ...

Der Freie nur ist treu.         Th. Fontane

Es sieht immer noch gut aus draußen, als wir losfahren. Die Sonne scheint mit voller Kraft und es ist so
richtig sommerliches Wetter

... wenn man im Auto sitzt.
Die Schotterpiste brauchen wir nicht noch einmal zu fahren, denn nach Süden führt eine einspurige Straße,
auf der wir uns der Hauptstraße nähern. Nur selten kommt uns ein Fahrzeug entgegen.



Mit der Zeit erhöht sich aber auch außen die Temperatur und als wir vor uns ein IKEA direkt an der Ausfahrt
sehen zeigt das Thermometer schon 22°C! Abgebogen und schon geht es hinein in den schwedischen Ikea-Tempel.
Im Grunde ist das gleiche Angebot, wie wir es aus Deutschland kennen.

Wir essen bei IKEA gleich noch zum Mittag und setzen unsere Fahrt fort. Der Platz, den uns TomTom gestern
Abend auf dem Weg gezeigt hat, existiert nicht mehr. Wieder bemühen wir die online Schweden-Camping-Karte
mit den Plätzen, die es wirklich gibt und finden in 32 Km Entfernung folgenden Platz:

Fjällnora Camping

Den gibt es tatsächlich (59.836559, 17.916350). Ein gemütlicher, kleiner Platz der sich an der fast unbenutzten Straße
entlang zieht und an einem wunderschön gelegenem See befindet.

Auf dem Platz ist es nicht möglich noch ein Stellfläche zu bekommen, so müssen wir mit einem nebenan
liegenden Parkplatz auf Schotterboden vorlieb nehmen. Für eine Nacht ist es uns egal, zumal auf den freien
Rasenflächen des Platzes ohnehin niemand mehr fahren kann. Durch den in den letzten Tage gefallenen
Dauerregen ist der Boden aufgeweicht und macht ein Befahren unmöglich.
Die nächste große Stadt in ca. 12 Km Entfernung ist Uppsala.
Uppsala [ˈɵpsɑːla] ist eine Großstadt in der schwedischen Provinz Uppsala län und der historischen Provinz Uppland.
Uppsala ist Residenzstadt der Provinz und Hauptort der gleichnamigen Gemeinde. Die Stadt ist an der Bevölkerung gemessen
nach Stockholm, Göteborg und Malmö die viertgrößte Stadt des Landes und in sieben Stadtbezirke gegliedert.*

Hier ist ein kleines Freizeitzentrum entstanden. Man kann Ruderboot, Tretboot oder Kanu fahren,
baden oder Stand Up Paddeln.
Das Stand Up Paddling (SUP), auch Stehpaddeln genannt, ist eine Wassersportart, bei der der Sportler aufrecht auf einer Art
Surfbrett steht und mit einem Stechpaddel paddelt.*

Leider ist baden gerade nicht erlaubt, soweit es zu verstehen war wegen Algen im See. Im Wald sitzen einige
Schweden und haben das Feuer zum Grillen schon entzündet. Klasse, wie selbstverständlich die Schweden das
zelebrieren. Wir setzen uns auf einen Steg und ich lasse die Beine in den See baumeln, denn es ist richtig warm
geworden! Auf dem Steg kommen wir problemlos mit einer Schwedin ins Gespräch. Das Gespräch mit der
schwedischen Rentnerin, die in Uppsala lebt und hier im Sommer ein Gartenhaus bewohnt, ist ungezwungen,
locker, wirklich interessant und sehr nett.

Als die Sonne untergeht gibt es Abendbrot im Mobil. Es wird ein ruhiger Abend. Morgen wollen wir früh
starten und einen Platz an der Ostsee finden. Dazu haben sofort in der Schweden-Camping-Karte einen
Platz herausgesucht. Auf der Halbinsel, die wir ausgesucht haben sind gleich 3 Plätze. ... da wollen wir mal
sehen, ob wir einen freien Platz ergattern können…



Unsere heutige Tour in graphischer Darstellung:

 

ca. 374 Kilometer, Fahrzeit ca. 5,5 Stunden



Sonntag, 02.08.
  17. Tag

Es fällt uns nicht schwer den "Parkplatz" zu verlassen. Es ist auch noch früh am Tag - früh am Sonntag.
Im Moment macht der Sonntag seinem Namen noch keine Ehre, eine dicke Wolkenschicht hängt am Himmel!
Es ist gar nicht so weit zur Schnellstraße E4 und schon brausen wir in den Süden.

Eine gelbe Lampe leuchtet auf und ein Symbol erscheint im Display der Armaturen.
Der Inhalt unseres Tanks ist wieder einmal durch die problemlose Arbeit unseres
163 PS Motors in Vortriebskraft verwandelt worden und wir benötigen Nachschub.
Es ist nicht nötig in einem solchen Fall in Schweden von der Schnellstraße abzufahren
und irgendwo in einem Dorf eine Tankstelle zu suchen (in Deutschland lohnt es sich oft),
denn die Treibstoffpreise gleichen sich. (wir haben nur Diesel beobachtet)
Dann stehen wir vor dem Automaten neben der Zapfsäule. VISA in den Schlitz,
Code und Säulen - Nr. eingeben und tanken ... sehr einfach.
(in Finnland mussten wir noch ausrechnen, wie viele Liter in etwa in den Tank passen würden ...)
Allerdings haben auch die Schweden doch eine kleine Hürde eingebaut: irgendwann
stoppt die Säule. Meist wenn sie 750,- SEK erreicht hat.
(490,- SKR haben wir auch erlebt)
es ist nicht schlimm, das Prozedere wird wiederholt und wenn der Tank voll ist schaltet
die Pistole wie gewohnt ab und der entsprechende Betrag wird abgebucht.

Mit vollem Tank geht es weiter. Stockholm liegt unmittelbar vor uns, das Wetter wird besser und besser.
Als wir etwas später durch die schwedische Hauptstadt fahren, müssen wir an die vielen schönen Stunden
denken die wir hier in dieser wunderbaren Stadt schon verbracht haben. Immer wieder kommen wir gern
vorbei, Stockholm - doch bleiben wir nicht.
Es ist wenig Verkehr auf den Straßen, denn spät ist es noch nicht - gerade 8:45 Uhr. Wir haben uns für
ein Hörbuch entschieden. Es läuft "Nachrichten aus einem unbekanntem Universum" von Frank Schätzing.
Dabei wird ganz anschaulich erklärt, wie die Erde entstand und warum sich Zellen entwickelten usw. Lehrreich,
Unterhaltsam und die Zeit vergeht auf diese Art irgendwie schneller auf den langweiligen - im Moment von der
Sonne beschienenen - schwedischen Schnellstraßen und Autobahnen.


Auf der E4 fahren wir bis Nörrköping und verlassen den Ort auf der E22.

Nur aufs Ziel zu sehen, verdirbt die Lust am Reisen.    Friedrich Rückert

Aha - das Navi meldet sich. Jetzt auf die "210" abbiegen, aber es sind noch einige Kilometer. Jetzt sind wir
wieder auf den engen Landstraßen Schwedens unterwegs. Die "210" werden wir bis zum Ende fahren, bis die
Ostsee eine Weiterfahrt verhindert.  Sie endet genau am Tyrislöt Campingplatz.

      

In der Rezeption werden wir nett empfangen und wir sollen uns ruhig schon einmal einen Platz aussuchen und
uns schon einmal hinstellen, später erledigen wir die Formalitäten. Wir finden einen schönen Platz, allerdings ist
er ohne Strom. Zum Glück spielt das für uns keine Rolle, denn die Solaranlage reicht locker aus wenn die Sonne
wenigstens den halben Tag scheint - und sie scheint ja.
Die beiden 140 Ah Exide-Gel-Batterien arbeiten schon seit einiger Zeit sehr zuverlässig. (Umbau der Batterien)
(ganz nebenbei sparen wir auch noch einen Strompauschalbetrag von 3,- €/Tag!) Nun stehen wir also am Zugang zum
Badesteg, gar nicht weit weg von der Ostsee, die hier vor vielen Schären gar nicht so groß zur Geltung kommt.

   

Nachdem wir etwas gegessen haben und etwas Zeit verstrichen ist, gehen wir in der Ostsee baden. So richtig
salzig ist sie auch hier noch nicht, aber doch ganz schön frisch. Es ist ... wie es immer so ist ... wenn man erst
einmal drin ist, ist es gar nicht mehr so schlimm! Später machen wir einen Spaziergang über den Platz.
Am anderen Ende liegt dieser Campingplatz auch an der Ostsee. Hier ist ein kleiner Hafen ausgebaut. Den
einlaufenden Segelbooten zuzusehen ist ebenso interessant, wie die ein- und auslaufenden Motorboote zu
beobachten. In der Sonne ist es so richtig heiß!

   

Ich freue mich, als ich später ein paar Nachrichten nach Hause im Schatten der Markise schreiben kann. Dieser
Campingplatz eignet sich hervorragend, um mit dem Paddelboot zwischen den Schären zu fahren. Entsprechend
viele Paddler sind hier auf dem Platz unterwegs und haben ihre Boote dabei. Viele Deutsche campen hier, fast der
halbe Platz ist von Deutschen belegt. Hier gibt es weder eine Grillhütte noch eine Sauna. Der einzigartige Charme
und die ruhige, ausgeglichene Gemütlichkeit des Nordens sind verflogen und wurden von geschäftigem Treiben,
lautem Reden und vollen Straßen und Plätzen abgelöst.
Diese unsichtbare Grenze liegt (für unser Empfinden) etwa 150 bis 200 Kilometer nördlich Stockholms!

Es gibt Abendbrot. "Heute müssen die Nudeln weg" sagt Kerstin und als wir gerade ins Mobil gehen wollen, es ist
langsam frisch und kurz vor 21°°Uhr, da strömen einige Leute Richtung Wasser. Hmmm - wo wollen die denn alle
hin? Wir sehen uns das mal an und gehen einfach hinterher: Die Lösung - der Sonnenuntergang!
Als Sonnenuntergang bezeichnet man sowohl das Verschwinden (Untergang) der Sonne unter dem Horizont als auch den Zeitpunkt dieses
täglichen Phänomens im Sonnenlauf sowie die Himmelserscheinung als solche mit all ihren Phänomenen. Auf den Sonnenuntergang folgt
die Zeit der Abenddämmerung, die je nach geografischer Breite unterschiedlich lang ist.*

 

Heute kommen wir ein bisschen zu spät, die Sonne ist ja schon verschwunden ... (bis ich den Fotoapparat holte)
Morgen wissen wir aber bescheid, da muss nur noch die Sonne scheinen und untergehen
                                                                                                          – dann können wir Fotos machen.
 



Unsere heutige Tour in graphischer Darstellung:

 

ca. 300 Kilometer, Fahrzeit ca. 4 Stunden



Montag, 03.08.
  18. Tag

Wir werden wach - es ist keine Wolke am Himmel!

Fantastisch, da können wir gleich mal ein Morgenbad in der Ostsee machen. Gedacht - getan. Das Wasser ist
gar nicht so kalt ...
 ... hoffe ich und springe hinein. Nach ein paar Schwimmzügen ist es ok und man kann sogar schon eine kleine
Strecke schwimmen. Frühstück gibt es heute in der Sonne. Das ist vielleicht schön.

Damit beginnt ein schöner Urlaubstag.

Gegen Mittag möchte ich gern mal die Fährzeiten ansehen und könnte auch gleich eine Fähre buchen ...
denke ich mir so. Zuerst sehe mal bei TT-Line nach, ob ich Freitag oder Samstag eine Rückfahrt finde.
Erschrocken buchen wir sofort die 7:30 Uhr Freitag - Morgen - Fähre.
Preisunterschied kann man das ja kaum noch nennen ... vielleicht eher Wucher?

Freitag 7:30 Uhr Trelleborg - Rostock
(+Umwelt)
130,-€.
 Samstag 12:25 Uhr Trelleborg - Rostock
(+ Umwelt)
312,-€.

  Nun richten wir uns also ein, die letzte Nacht zum Freitag in Trelleborg zu Übernachten, um früh auf die
Fähre zu kommen. Den Platz kennen wir schon. Dort haben wir schon öfter gestanden und geschlafen.
Er stinkt immer nach Fisch - mal sehen, wie es am Donnerstag Abend wird.

Für alle Leser, die das Verfahren nicht kennen noch etwas zur Onlinebuchung der Fähre.

Es geht so fantastisch einfach - ich bin richtig begeistert!
  - die Fährseite im Internet aufrufen und Camperangebote beachten,
- die Fährverbindung wählen. (in unserem Fall Trelleborg - Rostock),
- das Reisedatum und Zeit wählen,
- die mitreisenden Personen eingeben (Anzahl, Name, Geschlecht, Staatsangehörigkeit, Behinderung)
- die Fahrzeugart, Höhe und Länge ausfüllen,
- schon kommt der Button "Kostenpflichtig buchen"
Die Bezahlung geht über VISA, Schnellüberweisung, PayPal und noch 2 bis 3 andere Möglichkeiten.
Ich klicke auf PayPal (bin dort angemeldet) und nach der Anmeldung (Name und Passwort) ist der Betrag bezahlt.
Eine e-Mail kommt von TT-Line mit der Buchungsnummer und das war es schon! '
Bei der Einfahrt zur Fähre sagt man die Buchungsnummer oder zeigt die Mail vor.
In ca. 15 Minuten hat man die Fähre gebucht und bezahlt! Ein Hoch auf die Technik!

Wir haben noch einen wunderschönen Nachmittag ... bei blauem Himmel!

Später gehen wir noch einmal zum Hafen auf der anderen Seite des Platzes.
Ein deutsches Segelboot hat hier festgemacht.

Heute Abend werden wir den Sonnenuntergang nicht verpassen. Rechtzeitig sitzen wir auf den Felsen,
haben uns eine Flache Wein und zwei Gläser mitgebracht und beobachten die Sonne.

... und die Camper, die sich langsam wieder alle hier einfinden.

Dann geht die Sonne unter und ein schöner Tag neigt sich dem Ende entgegen.

 

 

 
   
       
* Zitat Wikipedia      
   

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