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Urlaub und Geschichten mit dem Reisemobil

Kerstin & Stefan

mit dem Wohnmobil nach Schottland

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Unser privater Reisebericht 2007

10

 
 

Gibraltar


Unser ungefährer Fußweg ist gelb dargestellt, die Busfahrt zurück grün.

Botanischer Garten     Kanone     Schwimmbad     Leuchtturm


Als wir vor dem Grenzübergang Spanien - Gibraltar aussteigen, dem Taxifahrer 16,oo € für die 32 Km-Fahrt bezahlen, staunen wir nicht schlecht.
Majestätisch liegt der Felsen vor uns und eine lange Autoschlange zeigt uns den Weg zum Schlagbaum.

(die Grenzkontrollen zwischen Gibraltar und Spanien sind immer noch die längsten in ganz Westeuropa*)

Als wir den Grenzübergang passieren geht es über das, für Fußgänger und Autos ampelgeregelte, Rollfeld des Flughafens.

(der Gibraltar Airport. Es handelt sich dabei um den weltweit einzigen Flughafen, dessen Landebahn eine 4-spurige Straße kreuzt. Gibraltar ist einer der weltweit bedeutendsten, in jedem Fall aber der umsatzstärkste Nachschubplatz für Schiffsdiesel im Mittelmeer*)

Plötzlich stehen wir im Zentrum der Stadt, in der Autofreien "MAIN STREET".
Nur widerwillig dürfen wir in den vielen Geschäften mit dem Euro bezahlen.
Die Währung hier ist der Gibraltar-Pfund, wobei die Umrechnung zum britischen Pfund immer 1:1 beträgt.
Euro oder Pfund, den sehr eifrigen Werbern für die Autofahrt auf den Felsen ist es egal womit wir bezahlen würden.
Da wir, gewarnt vom Platzwart, wissen was sie wollen haben wir wenig Interesse. Es ist wolkenfrei,
jedoch liegt ein Nebelschleier über dem Wasser. So entscheiden wir uns endgültig für die preiswertere Variante,
für den Fußmarsch an die Spitze zum Europa Point.

Interessant auf Gibraltar sind die Häuser. Hier sehen wir es zum ersten Mal sehr deutlich,
es sind wunderbar erhaltene alte Gemäuer, die sich mit Neubauten abwechseln.

Hier ist außer den Häusern auch die Seilbahn zu sehen, die hoch auf den Felsen fährt.

Gibraltar strotzt vor Kanonen!

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... auf dem ganzen Weg begegnen wir Kanonen
und können uns Wehrbefestigungen ansehen.

Mal wird ein Hafen geschützt,
ein anderes Mal eine Straße
oder das Stadttor.

Kaum haben wir das Gewühl der Stadt hinter uns gelassen, stehen wir vor den Toren des

Botanischer Garten Gibraltars

Es ist fantastisch, denn hier stehen Bäume die selbst uns beeindrucken,
obwohl wir uns nicht für die Pflanzenwelt interessieren.

- der Hafen -

Als wir diesen sehr gepflegten Park verlassen, gehen wir am Hafen entlang und kommen direkt zur

100 Pfund Kanone


Es ist nicht nur die enorme Größe der Kanone, es ist auch der fantastische Ausblick, den man von hier hat.
Permanent laufen die Wellen des Mittelmeeres gegen die Felsen. Große Wellen. Hier kann man einfach sitzen
und ins Wasser sehen. Wir wollen aber immer noch wissen, ob man von der Südspitze Gibraltars nun Afrika
sehen kann oder nicht! Also müssen wir weiter.

Allerdings hält die Halbinsel schon die nächste Überraschung für uns bereit. Wir brauchen lediglich
10 Höhenmeter überwinden, durch einen Straßentunnel laufen, bei dem ich den Kopf einziehen muss,
um die nächste Kurve biegen, die natürlich nur durch Schießscharten den Blick zum Mittelmeer freigibt
und stehen schon vor einem

Schwimmbad

Vor einer Festung stürzen wir uns in die Fluten des Mittelmeeres.
Es sind 2 "Bademeister" dort und es ist herrlich hier zu baden, denn von Westen rollen die Wellen ungebremst heran.
Hinter uns die Festungsanlagen, vor uns die auf Reede liegenden Schiffe. Es ist warm, die Sonne scheint vom
wolkenlosen Himmel und wir machen uns keine Gedanken über Handtücher, die wir selbstverständlich nicht
mitgenommen haben. Das Wasser ist kalt und wir denken die Kälte vom Atlantik zu spüren.

Immerzu halten wir Ausschau - ist dort vielleicht Afrika? Nein. Vielleicht diese Insel dort? Nein.
Nachdem wir halbwegs trocken sind geht unser Marsch weiter. Wir kommen an einen kleinen Wasserfall vorbei
und vor uns im Felsen beginnt ein Tunnel.

Die Wände sind nicht glatt, sie zeugen von Handarbeit. Sicher wurde dieser Tunnel vor vielen Jahren gebaut
und hat enorme Kraft und Anstrengung gekostet. Heute ist er beleuchtet, mit einer Straße ausgebaut und
spendet uns Schatten während wir die kühle Luft hier drinnen genießen. Durch eine Kurve und den enormen
Anstieg können wir das Ende des Tunnels nicht sehen und wissen auch nicht, wie lang er überhaupt ist.
Da vorn wird es doch hell - dort ist der Ausgang - freuen wir uns und haben es tatsächlich geschafft.
Wir stehen vor dem

Great Europa Point

Das Ende der Halbinsel ist erreicht, weiter kommen wir nicht, ohne Europa zu verlassen...

... und dort hinten - geradezu - das muss doch, das ist doch, JA!
Wir sehen Afrika - einen anderen Kontinent!



Die Tafel verdeutlicht es uns. Nordafrika ist zu sehen und eine vorgelagerte Insel zeigt sich links, deutlich.
Es ist bewegend auf einen anderen Kontinent zu schauen! Erstaunlich, dass Afrika so "nah" ist!
Hier, an der Spitze von Gibraltar, weht nicht nur Wind - es ist ein Dauer-Sturm mit enormer Kraft.
Es dauert gar nicht lange und wir beginnen zu frieren und die Ohren schmerzen. Doch die Aussicht entschädigt für alle Unannehmlichkeiten. Hier verschlägt es einem die Sprache, man ist einfach überwältigt.

Hier stehen wir nun und sehen bei sehr starkem Wind durch die hier fest montierten Ferngläser.
Leider sind nur zwei Ferngläser für Euro ausgerüstet, hier steckt man normalerweise Pfundstücke hinein.
Der kühle Wind hier an der Spitze der Halbinsel geht durch und durch.

Als wir uns umsehen erblicken wir eine Moschee.
Eine Kirche versteckt sich zwischen den wenigen Bauten hier an der Spitze, aber auch hier sind wieder Festungen gemauert.


- zwischen den Felsen eine Festung -

Nun entdecken wir endlich auch die (einzige) Möglichkeit etwas zu sich zu nehmen, hier steht ein Verkäufer,
der sein Eis anbietet. Es ist ein älterer Herr, der hinter dem Eistresen seines Fahrzeuges steht,
mit einer stattlichen Figur und ein vom Meer gezeichnetem Gesicht.
Leider gibt es keine Möglichkeit bei ihm für Euro Eis zu erwerben - nichts ist zu machen, er besteht auf Pfund!!!
Wir sehen uns noch ein wenig an der Spitze der Halbinsel Gibraltar um
und entscheiden uns mit dem Bus wieder nach vorn zu fahren.

Sehr preiswert (4,50 € für uns alle) kommen wir auf diese Weise sehr schnell wieder in Richtung Innenstadt.
Über den Grenzübergang verlassen wir Gibraltar und am Taxi-Stand finden wir schnell einen Fahrer,
der uns auf den Campingplatz "La Casita" bringt.
(den Platz kennt jeder Taxifahrer, er steht auf der Preisliste, die jeder Fahrer dabei hat und diese Festpreise kann man einsehen und später bezahlen)


 
   
   

Stefan     

 
* Zitat Wikipedia      
   

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