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Urlaub und Geschichten mit dem Reisemobil

Kerstin & Stefan

mit dem Wohnmobil zum Nordkap

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Unser privater Reisebericht 2011

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Nordkaptour 2o11

Campingplatz Ballangen - Svinesundbrücke (Grenze Schweden)

 


Mittwoch, 27.07.

 Heute geht es weiter. Es ist 6³° Uhr als wir Camping Ballangen verlassen.
Ein leichter Nieselregen macht uns die Abreise leicht. Der Campingplatz hat uns sehr gefallen und in diesem Fjord haben wir endlich Erfolg
beim Fischen gehabt. Bald schon fahren wir entlang an mächtigen Fjorden, beeindruckenden Bergen und es ist schade, diese ursprüngliche
 Natur bei Nieselregen zu erleben.
Na ja, zu ändern ist es nicht und mit dem Wetter abfindend rauschen wir auf der E6 über Brücken und durch Tunnel in den Süden.

  
Kjerringstraumen Brücke

 Wir kommen nach Skarberget. Hier ist die E6 vom Tysfjord unterbrochen. Hier MUSS man die Fähre benutzen, um nach Bognes zu kommen.
Von Ende Oktober bis Mitte Januar kann man hier im Tysfjord Orcas beobachten.*

   

Die Preise der Fähre belaufen sich Anno 2011 bei 4 Personen und einem Reisemobil, 7m lang auf 225,- NKr. Das sind ungefähr 30,- €
und es ist in Ordnung. Wir fühlen uns hier nicht übervorteilt und fahren weiter durch das weite, nicht enden wollende Fjordgebiet.
Der Himmel bleibt Wolkenverhangen und nach ca. 2,5h kommen die ersten Schilder, die den Polarkreis ankündigen.
Eine ganze Weile fahren wir schon neben und hin und wieder über den
Fluss Saltdalselva. Dieser begleitet die E6 eine ganze Strecke.
Plötzlich erkennen wir bei einen Seitenblick durch die Büsche und Bäume, welche die Straße säumen, imposante Stromschnellen.
Schon die nächste Möglichkeit nutzen wir zum Parken und machen uns auf den Weg an den Fluss.

    
Diese Brücke hat es in sich!

     
Hier ist Natur pur - einfach schön!

   
Wir haben die so selten gewordenen Moltebeeren gesehen und sogar einen Lemming!
Die Moltebeere (Rubus chamaemorus), auch Multebeere, Multbeere, Schellbeere oder Torfbeere genannt, ist eine Pflanzen-Art aus der Gattung Rubus.
Sie ist einziger Vertreter der Untergattung Chamaemorus und gehört zur Unterfamilie der Rosoideae innerhalb der Familie der Rosengewächse (Rosaceae).
Die Moltebeere ist in Mitteleuropa sehr selten. Es gibt keine Vorkommen in Österreich und der Schweiz. Die sehr geringen Vorkommen in Norddeutschland sind streng geschützt.
Der Bekanntheitsgrad stieg mit der Abbildung der Moltebeere auf der finnischen 2-Euro-Münze. Diese Pflanzenart ist ein Wahrzeichen Lapplands.*

     

Jetzt geht es zurück zu den Mobilen!

Nach kurzer Fahrt kommen
wir zum Polarkreis.

An 3 verschiedenen Stellen haben wir den

Polarkreis

 mit unserem Mobil überfahren – jedes Mal trafen wir inmitten einer unwirtlichen Gegend ein Souvenirparadies an.
Getränke und Essen, Toiletten, Bänke im Außen- und Innenbereich, große Einkaufszentren oder Fotopunkte – alles ist hier im Übermaß vorhanden.

  

 
 
 

   Gegen 14°° Uhr geht es für uns weiter. Bei Mo i Rana –so haben wir es gedacht- verlassen wir die E6.
Mo i Rana ist eine Stadt am Ende des Ranfjords in der Kommune Rana in Norwegen, die nur wenige Kilometer südlich des nördlichen Polarkreises liegt.*

Auf dieser „Nebenstraße“ wollen wir einen Platz anfahren, der in der Nähe des offenen Wassers liegt.
In den Fjorden haben wir gefischt und nun möchten wir unser Glück ausgerechnet im Atlantik versuchen.

Die etwa 25.000 Kilometer lange Atlantikküste (mit den Küsten aller Inseln über 80.000 Kilometer) besteht aus unüberschaubar vielen schmalen und tiefen Buchten,
die Meerwasser bis weit ins Landesinnere bringen. Ohne diese Fjorde und Buchten ist die Atlantikgrenze nur 2650 Kilometer lang.*

Hier sind die Straßen ursprünglich und an vielen Stellen nur knapp 5 m breit.
Auch ohne die zahlreichen Hinweisschilder bemerkt man es schnell -  hier dürfen sich 2 Mobile nicht begegnen. Erst wenn man von der E6
 abbiegt und die Landstraßen neben dem „Highway“ fährt, wird einem bewusst was in so vielen Reiseberichten geschrieben steht:

    

... um das Land kennen zu lernen, ist es besser durch das Hinterland zu fahren. Einfach von den Hauptstraßen abbiegen, mutig und
 unerschrocken, fern der Touristenrouten, durch das Land reisen. Mit einer Nordkapreise ist dieser gute Wille leider nicht zu vereinbaren,
hier  fehlt einfach die Zeit.
Na – wenigstens ist es ein Grund wieder zu kommen!!

 Als wir zu dem Campingplatz kommen, den wir aus dem Reiseführer gewählt haben, sind wir ein wenig enttäuscht. Es ist kein Platz
am Wasser frei, überwiegend stehen Dauercamper hier und die Fähre legt gleich nebenan ab und an,
die Straße verläuft  genau neben dem Platz …

Kurzerhand fahren wir zur Fähre und setzen über den Fjord nach Levang. Grobe Richtung: Süden!
Es ist 19°° Uhr und es wird langsam Zeit einen Platz zu finden, an dem wir heute Nacht stehen können. Doch - was ist das denn?
Hier, gleich von der Fähre entdecken wir schon einen Campingplatz. Kaum von der Fähre herunter fahren wir diesen Platz an.

Es ist der

Hier ist es ordentlich und sehr aufgeräumt. Schon am Eingang werden wir Empfangen und bis zu unseren Stellplätzen begleitet.
Sozusagen eine ganz nette Rundumbetreuung!
Wenn sich irgendwo jemand wohl fühlt, hat ein anderer dafür gesorgt.
Nun stehen wir am Wasser und können zu Abend essen.

Das heutige Abendbrot kommt ganz ohne Fisch aus.
Frisch zubereiteter, mit Mais verfeinerter Reis begleitet deftiges Rindfleisch vom Grill auf den Tellern. Dazu mundet ein trockener Weiswein
 und lässt uns zur Ruhe kommen. Es wird immer noch nicht dunkel, wir sind noch zu nah am Polarkreis.
Die Wolken hängen tief in der Bucht vor dem Campingplatz und verbergen die mächtigen Berge.

 Es ist eine ruhige, erholsame Nacht.


Donnerstag, 28.07.

 Schon beim Frühstück genießen wir das schöne Wetter.

    

   

Wir hatten ganz großes Glück und können hier am Platz ganz kurzfristig ein Boot mieten. Wir passen alle hinein und es ist mit einem 40 Ps
 Motor ausgestattet. Nach einer umfangreichen Einführung können wir los. Während der Erklärungen zu den Felsen- und
 Untiefenverhältnissen unter Wasser, oder wo man vielleicht Fische fangen kann und wie man das Boot bedient,
stellt sich heraus, dass die Inhaberin des Campingplatzes sehr gut deutsch spricht!!!

    

Den Tag heute verbringen wir komplett auf dem Wasser. Lediglich zum Essen kehren wir zum Campingplatz zurück
und legen für kurze Zeit an.

    

   

   

Leider haben wir kein Glück und lediglich Gina und Roy holen je einen 45 cm langen Seelachs aus den kalten Fluten. Der Einsatz eines
 Fischfinders hätte sich sicher gelohnt, doch so professionell sind wir nicht ausgestattet und müssen einfach auf das Glück hoffen …

 
… scheinbar war für das Glück aber kein Platz mehr im Boot und entsprechend fiel der Fang aus!

Nachdem die beiden Seelachse mit Kartoffeln auf dem Teller zum Abendbrot landeten, ging es noch einmal hinaus.
Jedoch blieb uns der Angelerfolg auch am späten Abend verwehrt.

Schade - wenigstens sind wir schön Boot gefahren, haben einen kleinen Geschmack auf die Wellen des Atlantiks bekommen.


Freitag, 29.07.2011

 Heute geht es weiter, das Wetterradar lässt keinen Zweifel offen – es kommt ein Tiefdruckgebiet. Nach dem Frühstück fahren wir ab.

Es geht von der Reichsstraße 17 auf die Reichsstraße 78. Hier herrscht wenig Verkehr und immer wieder sind die Straßen sehr eng.
Die 78 führt genau am Ufer des Vefsnfjord entlang.

Der Vefsnfjord ist ein Fjord in der norwegischen Provinz Nordland, der im südlichen Helgeland liegt. Der rund 60 Kilometer lange Meeresarm beginnt
an der atlantischen Seite bei Tjøtta. Im Osten mündet die Vefsna in den Fjord. Im Südosten tangiert die Europastraße 6 den Vefsnfjord.*

In der Nähe von Mosjøen kommen wir zurück auf die E6 und fahren Richtung Trondheim.
Mosjøen ist eine Stadt in Norwegen, mit etwa 9.631 Einwohnern (2011) einer der größten Orte der Provinz Nordland und Verwaltungssitz der Kommune Vefsn.
Der Ort liegt in einem Tal zwischen zwei Bergen und in direkter Nähe des Vefsnfjords. Mosjøen ist mit einer der größten Aluminiumfabriken Europas ein industrielles Zentrum.

Bald kommen wir in die Nähe von Grane. Hier befindet sich ein eindrucksvoller Wasserfall. Prompt stehen wir auf dem Parkplatz
und möchten dieses Naturspektakel ansehen. Die Norweger haben hier ein Häuschen errichtet und bieten Souvenirs an
und man scheint herzlich Willkommen.

    

So kommen wir durch den Laden, in dem richtig nette Dinge angeboten werden.
Klar – machen wir uns nichts vor – so richtig „brauchen“ wird keiner diese Sachen. Sie sind einfach nur schön oder vielleicht niedlich.
Es besteht auch die Möglichkeit hier zu essen. Ein wenig teuer, aber man könnte...
... dabei darf man sich den Wasserfall ansehen. Sonst bezahlt man …


50,- Nkr sind ca. 7,00 €

Huchdas ist doch ein Loch im Zaun! – schwupp stehen viele Touristen am Fluss und sehen sich völlig kostenfrei die gewaltigen Wassermassen an, die hier herunterfallen.

    
Laksforsen – ein 17 Meter hoher Wasserfall im Fluss Vefsna ca. 20 km nördlich von Trofors.*

Unsere Fahrt nach Trondheim setzen wir auf der E6 fort, essen unterwegs Mittag auf einem Parkplatz und wollen am Nachmittag zu einem
 Platz auf einer Halbinsel am Trondheimfjord. So kommen wir nach Haugan und finden leider Plätze, die mit Dauercampern voll besetzt,
oder überteuert sind.
Auf dem Weg zurück zur E6 (wir sind auf der RS 753 unterwegs) finden wir einen Parkplatz in der Nähe von Frosta.

    

Hier versuchen wir das Abendbrot mit etwas Fisch „aufzupeppen“, halten aber unsere Angeln (auch wegen der einsetzenden Ebbe)
erfolglos in den Fjord. So gibt es heute Nudeln mit Tomatensauce.

Am Abend sitzen wir zusammen und erleben nach langem wieder einmal, dass es dunkel wird. Es ist ein angenehmer Abend und während
wir zusammensitzen, über dies und das reden, wird wieder das Wetterradar befragt. Während  wir uns inmitten eines Tiefdruckgebietes
 befinden, scheint in Südschweden die Sonne und es ist das beste Sommerwetter. Natürlich dauert es nicht lange und der Plan steht fest:

Morgen fahren wir nach Schweden und machen noch ein bisschen Sommerurlaub. Vom häufigen Regen haben wir genug und nehmen die ca.
 700 Km in Kauf, die wir mindestens zurücklegen werden. Der Abfahrtstermin wird auf 6°° Uhr festgelegt.

Die Welt ist ein Buch. Wer nie reist, sieht nur eine Seite davon.  Augustinus Aurelius


Samstag, 30.07.

Es ist 6°° Uhr, die Motoren laufen und es geht los.
 Tiefhängende, Nieselregen versprühende Wolken begleiten uns entlang den engen Fjordstraßen.

 

 
 
Wir sind unterwegs zur E6.



 
Öde liegt sie vor uns, als wir sie finden. Die E6 werden wir noch bis Trelleborg befahren.
 Im Moment präsentiert sie uns buckelig, uneben, teilweise nass und stellenweise eng.
Nach wie vor werden die Fahrspuren durch eine gelbe Linie getrennt.

 
 


 
 Der Nieselregen hört auf und fast scheint es, die Sonne wird noch durch die Wolken brechen. Es ist bald 8°° Uhr und Zeit
für ein schönes Frühstück. Bald findet sich ein Parkplatz direkt an der E6 auf dem Tische und Bänke stehen.

 

 
 
Schnell ist der Tisch gedeckt und bald sitzen wir und stärken uns. Frischer Kaffeeduft zieht um die Mobile, es ist noch ein bisschen frisch,
aber trotzdem ein sehr gemütliches Frühstück.  Weiter geht es nach Süden, grobe Richtung: Schweden.

 


 
 Es geht durch Norwegen. Natur pur. Hier entsteht der Eindruck, allein zu sein. Sicher – auf einer viel befahrenen Straße,
aber doch kommt es einem sehr „abgeschieden“ vor. Lange Zeit ist sehr wenig Verkehr.
Plötzlich macht sich eine Leuchte bemerkbar. Sie zeigt eine kleine Tankstelle im Display des Armaturenbrettes.
Einige Zeit schon halten wir die Augen offen, tanken wollen wir schon lange. Leider kam keine Tankstelle mehr.
Jetzt hoffen wir auf jede Kurve - vielleicht sehen wir dort eine Möglichkeit, um Treibstoff zu bekommen ...

Bergab = SUPER!
Wasser und Schafe an der Straße sind schön und runden das Bild ab, jedoch leert sich der Tank mehr und mehr.

Nach geraumer Zeit schaffen wir es tatsächlich und erreichen einen Rastplatz. Hier finden wir nicht nur eine Tankstelle, hier ist gleich
ein touristischer Treffpunkt. Nachdem wir den begehrten Diesel im Tank haben, schlendern wir ein wenig durch das Getümmel.

So besuchen wir den
"Troll - Land - Laden",
kaufen natürlich auch hier
preiswerte Souvenirs und
essen noch etwas,
dann geht es weiter
nach Süden.

Nach knapp 4 Stunden treffen wir in Oslo ein, es ist 15³°Uhr.

Oslo durch- oder umfahren wir auf der Autobahn.
Das Wetter ist merklich besser geworden. Unser Ziel, ein Campingplatz in Schweden, rückt näher.

Nach einer kleinen, letzten Mautstation in Norwegen fahren wir, nachdem wir die E6 verlassen haben, auf der 118 über die Svinesundbrücke.
Der Svinesund (deutsch „Schweinesund“) ist ein Sund zwischen Skagerrak und dem Iddefjord, der die schwedische Provinz Bohuslän von der norwegischen Provinz Østfold trennt
und somit auch die Ländergrenze zwischen Norwegen und Schweden bildet. Über ihn führen die beiden Svinesundbrücken.*


Es ist 17³° Uhr, als wir die Grenze Norwegen - Schweden passieren. Hinter der Brücke können wir parken
und die Grenze zu nochmals zu Fuß überqueren.

 
   
       
* Zitat Wikipedia      
   

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