Reiseberichte aus dem Wohnmobil,
 
Urlaub und Geschichten mit dem Reisemobil

Kerstin & Stefan

mit dem Wohnmobil nach Schottland

Startseite          über uns          Fahrzeuge          Reiseberichte          Dies und Das          Kontakt          Gästebuch
 
 

Unser privater Reisebericht 2012

Navigation: 1  2  3  4  5  6  7  8  9  10

 
 

 
Mit dem Wohnmobil nach Schottland

Fort William - Dingwall


6. Tag, Freitag

Wieder sind wir die ersten auf dem Platz, die wach sind, vor dem Mobil sitzen und frühstücken. Spuren im
Tau auf dem gepflegten Rasen zeigen, das heute Nacht noch einige Camper unterwegs waren. Spiegelei und
Brötchen sind auf dem Grill gebraten und aufgebacken, der Tisch ist gedeckt und - ja - die Sonne scheint!
...ein schönes Frühstück...



Wir sind wieder unterwegs. Auf der A282 geht es auf direktem Weg nach Fort William.
Fort William (gälisch An Gearasdan ‚Die Festung‘) ist mit etwa 9.766 Einwohnern (Schätzung 2006[1]) die größte Stadt der westlichen
schottischen Highlands. Sie liegt am Ufer des Loch Linnhe, am südlichen Ende des Great Glen. Durch die Nähe zum Ben Nevis, dem
höchsten Berg Großbritanniens, ist Fort William eine touristische Hochburg mit Einkaufsstraße, Hotels und Bars.*

Vorher müssen wir tanken. Der Treibstoff wird, je weiter man in den Norden kommt immer teurer!
Heute bezahlen wir schon 1,399£ für einen Liter Diesel. Das sind ca. 1,73€!!!



In Ford William, am Loch Linnhe finden wir nach der Einfahrt in die Stadt einen großen Parkplatz. (1,50£/Tag)
Loch Linnhe
ist eine Meeresbucht (In Schottland spricht man von sea loch zur Unterscheidung von „normalen“ lochs , Binnenseen.
Schottisch: loch, gesprochen wie das deutsche Wort: Loch) in den Highlands an der Westküste Schottlands. Loch Linnhe hat eine
Länge von 15 Kilometer und ist im Durchschnitt zwei Kilometer breit. An seinem südwestlichen Ende öffnet er sich in den Firth
of Lorn. Die Stadt Fort William liegt an seinem nordöstlichen Ende, dort wo der Fluss Lochy mündet.*

Es ist von hier nicht weit in die Einkaufsstraße des Ortes. Schon gehen wir durch die Straße und lassen keinen
Laden aus. Hier finden wir auch ein paar Dinge, die wir nun unser Eigen nennen.

 

Als wir uns jeder "leichtfertig" 2 Kugeln Eis bestellen, werden wir wiederum mit den Riesenportionen hier
konfrontiert. Heute ist es windig, und wenn man nicht in der Sonne steht, ist es ganz schön frisch.
Mit kurzen Hosen hält man es gut aus, wir hatten sogar mit schlechterem Wetter gerechnet.

Der nächste Halt liegt direkt auf dem Weg nach Mallaig. Es ist

Glenfinnan

Glenfinnan (aus dem schottisch-gälischen Gleann Fhionnainn) ist ein kleines Dorf in den schottischen Highlands.
Es liegt am Nordrand von Loch Shiel am Fuße des Glen Finnan.
*

Ein kleiner Parkplatz, wir zahlen diesmal 2 £, und spazieren los. Es sind ungefähr 1,5 Km zu dem
gigantischen, im Reiseführer beschriebenen Viadukt.

Der Glenfinnan-Viadukt ist ein Eisenbahnviadukt an der Strecke der West Highlands Line in Glenfinnan, Schottland auf dem Abschnitt
zwischen Fort William und Mallaig. Er wurde zwischen Juli 1897 und Oktober 1898 erbaut und ist eine der wichtigsten Anlagen der am
14. April 1901 eröffneten Bahnlinie. Das 380 Meter lange Bauwerk besteht aus 21 Pfeilern, die bis zu 30 Meter hoch sind.*

Schon der Spaziergang dorthin ist ein Gang durch die herben, wilden Weiten Schottlands.

Berge ragen in den Himmel und an den satten grünen Hängen weiden Schafe oder Highlands Rinder.
Dann plötzlich steht es einfach da. Beton, groß, gewaltig, beeindruckend und mächtig.

 Es ist alt, zerfällt langsam und war Kulisse für einige Filme gewesen.
Am Glenfinnan-Viadukt wurden Szenen vieler Filme und Fernsehserien gedreht, darunter Die Liebe der Charlotte Gray,
Monarch of the Glen
und die Harry-Potter-Verfilmungen Harry Potter und die Kammer des Schreckens, Harry Potter und der
Gefangene von Askaban
und Harry Potter und der Feuerkelch, in denen jeweils der Hogwarts-Express den Viadukt passiert.
*

In Mallaig angekommen müssen wir eine halbe Stunde auf die Fähre nach Armadale warten.
Jetzt geht es auf die Insel Sky.

Skye (skaɪ̯; englisch auch Isle of Skye, schottisch-gälisch An t-Eilean Sgitheanach, auch Eilean a' Cheò, deutsch „Insel des Nebels“),
ist die größte Insel der Inneren Hebriden. Sie liegt unmittelbar vor der Westküste des schottischen Festlands im Atlantik.*

Pro Person bezahlen wir 4,30£ und 34,-£ für das Mobil. Auf die Fähre fahren wir als Erste und stehen
wieder ganz vorn. Die Überfahrt dauert ca. 45 Minuten. Die Bucht ist ruhig, denn glücklicherweise reicht
der frische aber nicht so starke Wind nicht aus, die Wellen in bedrohliche Höhe wachsen zu lassen.

Von der Fähre schlagen wir den direkten Weg nach Portree ein.
Portree (schottisch-gälisch: Port Rígh, deutsch: der Hafen des Königs) ist der Hauptort und die einzige Stadt der Insel Skye,
der größten Insel der zu Schottland gehörenden Inneren Hebriden.*

Es geht über enge, kurvenreiche Landstraßen über das raue, hügelige Land. Noch sind die Straßen Zweispurig,
doch glaubt man den Reiseführern, wird es bald Einspurig werden und ab und an gibt es Ausweichbuchten.
... und wir empfinden Zweispurig schon als eng ...



Die ADAC-Karte zeigt einen Campingplatz bei Portree. Diesen finden wir durch Zufall,
sondern durch ein Schild an der Straße. Tom Tom kennt ihn wieder nicht...
(Portree. Breitengrad=57.425390 Längengrad=-6.184730)
Die Zufahrt zu diesem Platz geht über diese Brücke. Hin und wieder sehen die Brücken nicht sehr
vertrauenswürdig aus. Diese zählt dazu, doch wir passen drüber und kommen zum Platz.

Erstaunlich ist, wie viele diesen Platz doch finden. Auch deutsche Reisemobile und Zelter finden sich
hier ein. Es ist ein netter Platz in den Bergen am Ende des Ortes.
Vom Inhaber wird man in mittlerweile üblicher Manier persönlich und sehr herzlich empfangen.

Die sanitären Anlagen sind etwas einfacher, wieder super sauber und gut in Schuss. Vor dem Fenster grasen
die Schafe. Diesmal haben sie einen blauen Punkt und ich muss immer an meine blauen Socken denken ...

Internet kann man bisher auf jedem Platz kaufen. Die Preise für eine unbegrenzte hochgeschwindigkeits-
WLAN-Verbindung belaufen sich auf 1,50£ / Stunde (1,85€) oder 4,50£ / 4 Stunden (5,75€)

Die Alden Satellitenanlage funktioniert ohne Problem. Der Satellit wird schnell gefunden und es gibt keine
 Bild- oder Tonstörungen.


7. Tag, Samstag

Was ist denn heute Morgen los? Das ganze Mobil wackelt, als würden 3 verrückt gewordene Schotten
versuchen, es umzuwerfen ...
Ein Blick aus dem Fenster schafft aber dann schnell Klarheit. Es ist Sturm! Das Gras liegt auf der Erde,
die Schafe auch. Die Bäume beugen sich tief herunter und das Mobil schaukelt im Wind.

Beim Frühstück ist es wie auf einem Boot, die Kaffeetasse darf aber ruhig gut gefüllt sein,
so stark wankt das Mobil nun doch wieder nicht.

Als wir abfahren, müssen wir wieder über die Brücke, die uns gestern schon solche Sorge bereitete.
Sie ist jetzt aber nur noch eng. Ihren Schrecken, die Stabilität betreffend, hat sie seit unserem Spaziergang
gestern verloren ...

   

Bei unserer Abreise statten wir dem Hafen einen Besuch ab. Die kleine, durch ihren Anstrich fast lustig wirkende
Häuserreihe hat es uns angetan. So früh am Morgen jedoch ist hier noch gar nichts los.

              

Nun verlassen wir Portree und schlängeln uns vorerst auf schmalen Küstenstraßen auf unser heutiges Ziel zu:
dem westlichsten Punkt des schottischen Festlandes, dem Neist Point.
Neist Point ist eine kleine Halbinsel auf der schottischen Insel Isle of Skye (Innere Hebriden) und markiert mit ihrem Leuchtturm den
westlichsten Punkt der "geflügelten Insel", wie die Insel übersetzt bedeutet.*

Hier steht auch ein Leuchtturm auf den Felsen direkt am Wasser.
Diesen Leuchtturm haben wir auf den Seiten von "
Patrick und Elke on Tour" gefunden.

Noch sind wir auf dem Weg und staunen nicht schlecht. Die Küste haben wir hinter uns gelassen,
biegen jetzt ins Landesinnere ein und lernen die "Single Track Road" hier in Schottland kennen.
Eine single track road ist eine schmale Straße, die lediglich für ein einziges Fahrzeug breit genug ist.
Sie sind in Großbritannien sehr verbreitet. Single track roads haben im Allgemeinen in regelmäßigen Abständen Ausweichstellen
(engl. passing places), die es gestatten Verkehr aus entgegengesetzten Richtungen aneinander vorbeizuführen.*

 
Das System funktioniert hier gut, allerdings auch nur durch gegenseitige Rücksichtnahme ...

Ich erwische mich bei der Frage, was wohl in Deutschland passieren würde?
Wie oft haben wir schon erlebt, das nicht einmal das -wirklich simple- Einfädeln im Reißverschlusssystem
vor einer Baustelle auf der Autobahn funktioniert!!!
Ein Nachteil jedoch bleibt bei der Single Road - ständiges Anfahren und Bremsen
wirkt sich sehr nachteilig auf die Reisegeschwindigkeit und natürlich auch auf die Verbrauchswerte aus.

Plötzlich endet die Straße auf einem kostenfreien, kleinen Parkplatz. Ende.

Ab hier geht es nur noch zu Fuß weiter. Also laufen wir los und stehen nach einem anstrengenden
Fußweg, denn hier sind wirklich Höhen zu überwinden, vor dem Leuchtturm. Der Wind hat sich
noch nicht beruhigt und bläst, was das Zeug hält. Manchmal kann man gar nicht stehen bleiben,
es pustet einen einfach um, würde man nicht loslaufen.

Die Wolken hängen sehr tief und lassen sich nicht vom Sturm vertreiben. Wie hoch die Felsen hier sind,
kann man heute nicht sehen.

Als unser Blick vom Leuchtturm über das Wasser wandert, kommen Engländer vorbei und erzählen uns
von Walen, die sie hier eben gesehen haben. Im Moment würden sie tauchen, aber in etwa 10 - 15 Minuten
sind sie sicher wieder zu sehen ...

Nun stehen wir an den Steinen und suchen die Wale, die vielleicht wieder hier auftauchen. Vielleicht ja auch
nicht. Wir stehen hier und starren aufs Wasser. Es sind ganz schön viele Wellen da. Und Möwen. Fliegen die
Möwen dahin, wo der Wal auftaucht?
Spautet er, wenn er auftaucht? Nach 20 Minuten brechen wir auf. Einen Wal - nein - haben wir nicht gesehen.
Der Blas (altertümlich: Spaut) ist die nach dem Tauchvorgang ausgeatmete Atemluft von Walen.
Die Luft wird mit hohem Druck ausgestoßen und ist mit Feuchtigkeit gesättigt. Wenn sie das Blasloch verlassen hat, entspannt sie sich,
wobei durch den geringeren Druck und die niedrigere Außentemperatur die Feuchtigkeit der Atemluft kondensiert und als Nebelfontäne
sichtbar wird. Der Blas ist also keine Wasserfontäne wie beim Springbrunnen, wie es auf alten Zeichnungen der Seefahrer oft gezeigt wird.*

Jedoch haben wir in den letzten 20 Minuten bemerkt, wie kalt es durch den Sturm geworden ist.
So verlassen wir den westlichsten Punkt Schottlands und kommen -sehr passend- kurz vor dem Regen zum Mobil.

Nun sind wir unterwegs, wollen die Halbinsel verlassen und sehen sie direkt am Straßenrand stehen:

Highland Rinder

Klar lassen sie sich fotografieren, denn ihnen ist alles egal. Sie stehen da und kauen wieder, oder neu,
jedenfalls kauen sie in stoischer Ruhe. Vielen Dank an die Rinder - sie haben uns ja wenigstens kurz angesehen ...

Wir erreichen Dingwall gegen 17 Uhr. Hier werden wir eine kleine Reisepause einlegen und dieses beschauliche
Örtchen erkunden. Hier gibt es eine Burg, ein Hafen, Einkaufszentren, eine nette Innenstadt und natürlich
auch Restaurants, von denen wir Eines auswählen wollen.

Mitten in der Stadt finden wir den Campingplatz nach einer Karte und Schildern. Es ist der
Dingwall Camping and Caravaning Club

Tom Tom kennt diesen Platz - wie durch ein Wunder - wieder nicht...
Die Adresse: Dingwall, Jubilee Park Rd, IV 15 9QZ  (google maps)

Gleich 2 Nächte haben wir gebucht. Bis in den Abend regnet es, allerdings hat der Wind spürbar nachgelassen.

290 Km, 12,9 ltr Verbrauch


8. Tag, Sonntag

Glücklicherweise können wir ausschlafen, denn der Regen prasselt aufs Dach. Wer will da schon aufstehen?
So machen wir ganz ruhig erst einmal Frühstück. Unter der Markise kann man auch im Regen den Grill nutzen.

Schon 1 Stunde nach dem Frühstück hört der Regen auf. Wir gehen in die Stadt und sehen uns den Ort an.

Auf einem Berg steht ein Turm, das ist unser erstes Ziel. Rund um diesen Turm ist der Friedhof von Dingwall.
Hier stehen Gräber von 1836!

Hier oben geht es auch nicht weiter, deshalb geht es auf dem gleichen Weg zurück in den Ort.

Auf dem Weg zurück kommen wir an einem Tesco-Supermarkt vorbei und Staunen nicht schlecht,
denn heute, am Sonntag, ist offen! Also hinein! Es ist leer, 2 Kassen sind besetzt.
Wir holen uns ein paar "landestypische" Grillspezialitäten. Wir finden außer Fleisch und Würstchen sehr
viel Grillgut in Teig gerollt oder "verpackt".

Das probieren wir - und - wirklich lecker!
Gut gewürzt, oder schon scharf ist ja eine Entscheidung des persönlichen Geschmacks.

Nachmittags geht es in die andere Richtung, hier finden wir dann das Castle der Stadt.

 Es sieht so ORIGINAL aus hier in Dingwall, so URSPRÜNGLICH, das wir völlig begeistert sind und gar nicht
 genug sehen können! Hinter jeder Ecke kann man etwas Neues entdecken - oder etwas Altes.

Morgen wollen wir John O' Groats erreichen. Es ist ein besonderes Ziel für uns. Wir lassen den Abend gemütlich ausklingen.


 
   
       
* Zitat Wikipedia      
   

Seitenanfang                      zum nächsten Tag

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

mit dem Wohnmobil nach Schottland,
mit dem Wohnmobil nach England,
Reiseberichte, Blog, Linksverkehr,
fort William, A828, Festung, loch linnhe,
 Glenfinnan, Glenfinnan Viadukt, Mallaig,
Armadale, Insel Sky, Portree, innere Hebriden,
verrückte Schotten, enge Brücke, Neist point,
Single Track Road, Single Road, Ausweichstellen,
Leuchtturm Neist point, Felsen Schottland,
waleam Neist point, Highland Rinder, Dingwall,
Campingplatz Dingwall, schottisches Nationalgericht