Reiseberichte aus dem Wohnmobil,
 
Urlaub und Geschichten mit dem Reisemobil

Kerstin & Stefan

mit dem Wohnmobil in Deutschland

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Unser privater Reisebericht 2013

 

 
 

Oberwiesenthal


Oberwiesenthal (seit 29. Mai 1935 Kurort Oberwiesenthal) am Fuß des Fichtelbergs ist mit 914 m ü. NN die höchstgelegene Stadt Deutschlands
und der Wintersportort im Erzgebirge, der die meisten Übernachtungen aufzuweisen hat. Die Stadt trägt den Titel staatlich anerkannter Luftkurort
.*

Am Freitag, den 01.03.2013 kommen wir spät in Oberwiesenthal an. Es ist dunkel und den Platz findet nur unser Navi.
Hohe Schneeberge verdecken jede Sicht. Bald stehen wir auf einem Stellplatz zwischen anderen Mobilen.

Es ist stürmisch. Wir liegen im Bett und lauschen dem Wind, der kräftig ums Mobil weht und es hin und wieder
schwanken lässt. Dieser Wind hier in Oberwiesenthal im schönen Erzgebirge hat es in sich. Er bringt die Kälte.
Als wir heute Mittag in Brandenburg abreisten, zeigte das Thermometer 5,5 Grad C. Etwa 80 Km vor unserem Ziel
wurde es kälter.  Jetzt ist es 23:10 und die Temperatur ist auf -6 Grad gefallen. Der Wind lässt mich jedoch noch
viel mehr Kälte empfinden, als ich die Scheibenabdeckung befestige.

Auf unserer Anreise haben wir bei IKEA einen kleinen Stopp eingelegt und uns über das aktuelle Sortiment
einen Überblick verschafft. Auch der Küche dort haben wir einen Besuch abgestattet, also nicht ganz der Küche.
... wir saßen mehr im Gastraum vor der IKEA Großküche!


Der Morgen begrüßt uns mit herrlichem Sonnenschein. Es sind - 6,5 Grad und eine Schneefräse "vergrößert" den Stellplatz.
Der frühe Arbeitsbeginn (es ist 7 Uhr) zeugt von der Einsatzbereitschaft der Sachsen,
die Geräuschentwicklung stört sicher einige ein wenig.

Uns stört es nicht, wir sind längst wach. Gestern bestellten wir Brötchen und diese wollen nun geholt werden.
Also raus in die Kälte und den Schnee.

   

Lecker sind sie. Ein Glück, denn -,60 € sind für ein ganz normales Brötchen ein stolzer Preis ...

Nach dem Frühstück sehen wir uns erst einmal um. Der Schnee ist verharscht, aber es liegt wirklich mehr als genug!

  

Wir gehen zur großen Schanze und Staunen über den großen Rummel, den wir hier erleben.
Da wird die Auslauffläche präpariert, eifrig werden Markierungen gesetzt und eine ganze Menge Personal ist unterwegs.

   

Da nichts abgesperrt ist, gehen wir näher heran und gerade als wir gehen wollen sehen wir einen kleinen Weg
neben der Auslauffläche. Den gehen wir und kommen zu einem Sessellift. Er ist an und fährt neben der Schanze hoch.
Schwupp - sitzen wir drauf und fahren durch verschneite Bäume nach oben.

 

Als wir aussteigen stehen wir etwas oberhalb des Schanzentisches. Es ist 9 Uhr. Na hier ist ja erst einmal etwas los!
Hier startet auch eine Abfahrt-Strecke. ... man - liegt hier Schnee!!! (es ist der erste März!)

   

Heute findet hier ein internationaler Wettkampf statt. Teams aus Russland, der Tschechoslowakei, USA, Kanada,
China und natürlich aus Deutschland sind hier angetreten. Heute springen die Frauen. Wir sehen uns
5 - 8 Vorspringer an. Sie erreichen Weiten um die 76 m. ... später werden die Damen bis zu 94m springen ...
Da hier oben an der Schanze nichts weiter los ist, gehen wir wieder zum Lift und fahren herunter.
Nun sehen wir auch, das der Lift für die Skispringerinnen läuft. Sie kommen uns mit Skiern entgegen
und viele Grüßen ganz nett. Ich gehe mal nicht davon aus das wir so nett oder bekannt aussehen,
deshalb hielten sie uns vielleicht für Trainer einer anderen Mannschaft ... wie dem auch sei -
ich habe immer zurückgegrüßt ;o)
Unten angekommen, landeten wir natürlich im mittlerweile abgesperrten Bereich, konnten uns aber ganz unauffällig entfernen.
Ein paar Springerinnen sahen wir noch zu. Unter ihnen starteten auch unsere zwei deutschen Asse.
Eine Springerin kommt aus Oberwiesenthal und die Junioreneuropameisterin - beide sind angetreten.

Quer über die Piste laufen wir durch herrlichen Sonnenschein in den Ort.

     

Noch ist es nicht voll hier, das soll sich aber noch ändern.
Die Schaufenster hier im Erzgebirge sind immer wieder gefüllt mit den weltbekannten Schwibbögen.
Es ist einfach zu schön in den engen Seitenstraßen die Häuser anzusehen, an deren Dächer die Eiszapfen
nach unten wachsen und wachsen!

   

Plötzlich kommen wir an die Grenze! Tschechien!

 

Anstelle von tschechischen Grenzbeamten werden wir von Vietnamesen angesprochen! Ihre international verständliche
Frage ist immer gleich und wird mit einer Handbewegung unterstrichen: "ZIGARETT? Du wollen Zigarett? Hallo hier!
Du gucken!" Verneinend gehen wir noch ein Stück, drehen aber bald um. Schnell passieren wir den kleinen Grenzbach
wieder und es geht zurück in Richtung unseres Mobils. Unser Rückweg führt uns an einem Edeka-Laden vorbei.
Hier können wir noch ein bisschen frischen Proviant mitnehmen und machen eine interessante Feststellung:
Es sind viele Tschechen im Laden, die Einen normalen Einkauf machen. Ist es in Tschechien nicht mehr so
billig einzukaufen? Die Bratwurstbude vor dem Laden ist gut besucht und schnell sind wir auch Kunden geworden.
Lecker Wurst! "Bratwurst in Schrippe" nannte es der nette Verkäufer. Schrippen nennen Berliner ihre Brötchen haben
wir ihm erklärt und gefragt, woher er komme. Er nimmt es locker und fand Schrippe scheinbar irgendwie gut.

Nun schlenderten wir zum Mobil und konnten den "Wintertraum" genießen!

   

   

Nach dem Kaffee haben wir versucht das (gut beworbene) Hornschlittenrennen anzusehen. Der Weg zum großen Rodelberg
war aber weiter, als wir dachten und so kamen wir spät dort an. Unterwegs kam sogar Nebel auf.

   

   

Das ging vielleicht schnell! Und dicht war er - unglaublich. Oberwiesenthal liegt in 995 m Höhe, eine Wolke wird es
doch nicht gewesen sein? Jedenfalls sah man jetzt keine Hornschlitten mehr fahren ...
Nur noch leer und geschoben konnten wir sie finden!

   

   

Kein Problem - hier gibt es genug zu entdecken! Jens Weißflog hat hier ein Hotel errichtet.
Jens Weißflog (* 21. Juli 1964 in Steinheidel-Erlabrunn) ist ein ehemaliger deutscher Skispringer.
Weissflog ist heute als Hotelier in seiner Heimatstadt Oberwiesenthal und als Skisprung-Experte beim ZDF tätig.
Nach seinen Olympiasiegen in Lillehammer wurde er am 27. Februar 1994 zum Ehrenbürger von Oberwiesenthal ernannt.*

  

Bald traten wir de Rückweg an und kehrten in einer kleinen, am Rodelhang liegenden Baude ein.

Der Jagertee hatte es aber in sich! Mann oh man - der Weg zum Mobil strengte aber plötzlich an ...
Gut, das es hin und wieder ein paar Bänke gibt, auf denen man sich bequem setzen und ausruhen kann!



Als wir so zur Ruhe kommen, merken wir, wie geschafft man ist, wenn man den ganzen Tag an der frischen Luft
verbringt und neben mehreren Höhenmetern auch einige Kilometer durch den Schnee stapft.
Gegen 18 Uhr wird es dunkel und durch die Scheibe können wir noch ein bisschen auf die Pisten sehen ...



Morgen früh geht es auf die Loipe, wir freuen uns schon!


Der nächste Tag, Samstag, beginnt wiederum mit einem leckerem Frühstück und heute wollen wir
natürlich auf die Loipen und stehen schon früh am Start.

Wir sind die Ersten, die heute hier auf den Loipen starten. Ein ganz klein bisschen Neuschnee liegt schon in der Loipe,
denn heute ist wieder Schneefall angesagt. Besonders am Nachmittag werden Unwetter erwartet, die bei diesen
Temperaturen erwartungsgemäß viel Schnee bringen sollen. Im Moment haben wir einen leichten Schneefall
und machen uns bei -4°C auf den Weg zum Loipenkreuz.

Es geht durch die verschneiten Wälder und es sieht so fantastisch aus, wenn man sich hier die Bäume betrachtet,
die sich unter der Schneelast biegen. Immer wieder weht ein Wind durch den Wald und lässt hin und wieder
den Schnee von den Ästen fallen oder in großen weißen Wolken nochmals hinunterschneien ...
Die Loipe, die wir uns ausgesucht haben führt uns zum Kreuzbrückfelsen.
Der Eisenberg befindet sich zwei Kilometer nördlich der Stadt Oberwiesenthal. Auf dem Plateau befinden sich der Stümpelfelsen und der Kreuzbrückfelsen.
Der nächsthöhere Fichtelberg befindet sich in südwestlicher Richtung in einer Entfernung von 1.800 Metern.
Beide Berge sind durch eine 979 Meter hohe Schulter miteinander verbunden, über welche die Vierenstraße führt
und sich die Sportbaude Waldeck inklusive Parkplatz befindet.*

Leider fällt heute der Blick nicht so großzügig aus - es ist bewölkt und eine Nebelwand naht ...

 

Der Rückweg ist ebenso herrlich. Das haben wir nicht gedacht, das es hier im März im Erzgebirge so schön sein kann.
Gierig saugen wir die letzten Winterimpressionen in uns auf, denn bald ist der Winter vorbei und Schneehöhen von 1,20 m
und mehr sieht man nicht so oft.

Auf dem Rückweg wählen wir noch eine andere Loipe und kommen bis zur Sachsenbaude, die man im Nebel kaum noch sehen kann ...

Hier haben wir den weitesten Punkt unserer Skitour erreicht und es geht zurück zum Mobil.
Dort ruhen wir kurz aus und bald schon geht es wieder in Richtung Heimat.

Ein Wochenende geht zu Ende.


Fazit: Das Erzgebirge lohnt sich! Nette "Eingeborene", die es uns nicht schwer machten uns hier Wohlzufühlen.
Toll! Wir kommen wieder, das ist ganz gewiss, denn es hat uns sehr gefallen hier!


 

 
   
       
* Zitat Wikipedia      
   

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